EU-Parlament ruft «Klima-Notstand» aus

Das Europaparlament hat mit grosser Mehrheit den Notstand angenommen. Die Entscheidung soll Druck für konkrete Gesetze aufbauen.

Teilnehmer eines Klimastreiks in Bern fordern auch in der Schweiz mehr Initiative von Politikern. Foto: Peter Klaunzer/Keystone

Teilnehmer eines Klimastreiks in Bern fordern auch in der Schweiz mehr Initiative von Politikern. Foto: Peter Klaunzer/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das EU-Parlament in Strassburg hat den «Klimanotstand» für Europa ausgerufen. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag mit grosser Mehrheit für eine entsprechende Resolution. Dies ist ein symbolischer Akt, der aber Druck auf eine konkrete Gesetzgebung aufbauen soll.

429 Parlamentarier sprachen sich dafür aus, es gab 225 Gegenstimmen, 19 Abgeordnete enthielten sich. Mit der Resolution soll unterstrichen werden, dass wegen des Klimawandels dringend gehandelt werden müsse, erklärte das Parlament.

Er sei stolz, eine Mehrheit im Europaparlament erreicht zu haben, um Europa zum ersten Kontinent zu machen, der den Klima- und Umweltnotstand ausruft, sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Pascal Canfin, nach der Abstimmung. Damit werde die Erwartung der europäischen Bürger erfüllt.

Die Parlamentarier forderten in der Resolution die EU-Kommission, die Mitgliedstaaten und die globalen Akteure auf, umgehend konkrete Massnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Ausserdem müsse die neue EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen ihre gesamte Arbeit auf Folgen für Klima und Umwelt abklopfen.

USA, Vancouver in Kanada, London, Köln, Genf oder Basel bereits ähnliche Resolutionen verabschiedet. Auch einige nationale Parlamente haben den Klimanotstand ausgerufen. In Grossbritannien hatte sich das Unterhaus im Mai dafür ausgesprochen - rechtlich bindend war die Entscheidung dort jedoch nicht. In Irland stimmten Abgeordnete ebenfalls im Mai einem entsprechenden Antrag zu und erklärten den Klimanotstand. (sda)

Erstellt: 28.11.2019, 12:18 Uhr

Artikel zum Thema

Es herrscht Klimanotstand

Analyse Die Politik hört auf die streikenden Teenager. Ob sie damit mehr macht als Wahlkampf, bleibt offen. Mehr...

Keine schwerwiegende Störung des Klimas

Die Zürcher Kantonsregierung will nichts von einem Klimanotstand wissen. Sie erteilt dem Anliegen eine Abfuhr. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Hoher Blutdruck: Senken Sie das Risiko

Ein zu hoher Blutdruck kann gefährlich werden. Vor allem, wenn er lange nicht erkannt wird. Die jährliche Blutdruckmessung in der Rotpunkt Apotheke hilft mit, die Risiken zu senken.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...