Erstmals mehr als die Hälfte der Deutschen für Grexit

Das ZDF-Politbarometer weiss dank einer neuen repräsentativen Umfrage: Mehr als jeder zweite Deutsche will, dass Griechenland aus der Eurozone austritt.

Ihm läuft die Zeit davon: Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras. (10.3.2015)

Ihm läuft die Zeit davon: Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras. (10.3.2015) Bild: Alkis Konstantinidis/Reuters

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Die Stimmung der deutschen Bevölkerung gegenüber dem griechischen Eurokurs von Ministerpräsident Alexis Tsipras und Finanzminister Giannis Varoufakis kippt. Und das ausgerechnet heute, wo sich doch Regierungschef Tsipras in Brüssel wieder mit EU-Politikern zu Krisengesprächen trifft. Mittlerweile ist laut ZDF-Politbarometer mehr als die Hälfte der Deutschen für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone – was vermutlich zu einem Staatsbankrott führen würde. Noch vor drei Wochen konstatierte das Politbarometer, «nur» 40 Prozent der Deutschen seien für den Grexit.

Die 52 Prozent der Deutschen würden in reinen Bevölkerungszahlen bedeuten:

Ca. 10 x Berlin

Noch übler steht die griechische Regierung bei den Deutschen in Sachen Seriosität da. Gerade einmal noch 11 Prozent glauben, die Tsipras-Regierung verhalte sich anderen Ländern – respektive der Eurozone – gegenüber seriös. Eine überwältigende Mehrheit von rund acht von zehn Deutschen glaubt das Gegenteil.

Die 80 Prozent der Deutschen würden in reinen Bevölkerungszahlen bedeuten:

Ca. 176 x Zürich

Ähnlich denken die Deutschen auch darüber, ob Griechenland weitere Finanzhilfen bekommen soll (80 Prozent sagen Nein) und ob sie daran glauben, dass Griechenland die Spar- und Reformmassnahmen durchführen wird (82 Prozent sagen Nein).

Juncker und Tsipras wollen Task Forces

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras haben derweil eine engere Abstimmung zur Lösung des Schuldenstreits vereinbart. Auf beiden Seiten sollten dazu Task Forces eingesetzt werden. Dies sagte ein Sprecher der EU-Kommission heute nach einem Treffen von Juncker und Tsipras in Brüssel. Für den Euroraum soll der zuständige EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis die Gespräche leiten. Ziel sei es, Gelder aus EU-Fonds bestmöglich zu nutzen.

Details über Umfang oder Zeitpunkt möglicher Hilfen nannte der Sprecher nicht. Juncker und Tsipras seien bei ihrem etwa zwei Stunden andauernden Gespräch übereingekommen, dass die Situation ernst sei und rasch Massnahmen ergriffen werden müssten. (rsz)

Erstellt: 13.03.2015, 12:09 Uhr

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