Fall Battisti: Italien zieht Botschafter aus Brasilien ab

Brasilien will den in Italien wegen Mordes verurteilten Linksextremisten Cesare Battisti nicht ausliefern. Nun beordert Italien seinen Botschafter zurück und droht mit dem Internationalen Gerichtshof.

Wird nicht ausgeliefert: Der frühere Linksextremist Cesare Battisti verlässt am 9. Juni in Brasilien das Gefängnis.

Wird nicht ausgeliefert: Der frühere Linksextremist Cesare Battisti verlässt am 9. Juni in Brasilien das Gefängnis. Bild: Keystone

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Nach dem Entscheid Brasiliens, den in Italien wegen Mordes verurteilten Cesare Battisti nicht auszuliefern, hat Aussenminister Franco Frattini den italienischen Botschafter aus Brasilien abgezogen.

Die Beratungen sollten dazu dienen, «gemeinsam mit den zuständigen internationalen Institutionen» das mögliche Vorgehen gegen die Entscheidung des Gerichts zu überlegen, teilte das italienische Aussenministerium heute mit.

Seit 2007 in Haft

Brasiliens Oberster Gerichtshof hatte am Mittwoch eine Klage Italiens auf Auslieferung abgewiesen und Battistis Freilassung angeordnet. Wenig später kam der 56-Jährige frei. Die Richter bestätigten die letzte Amtshandlung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der am 31. Dezember 2010 eine Überstellung Battistis nach Italien abgelehnt hatte.

Der 56-jährige Battisti verliess in der Nacht zum Donnerstag das Gefängnis in Brasília, wo er seit 2007 in Haft gesessen hatte. Die italienische Regierung kündigte daraufhin an, sie werde möglicherweise vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag ziehen. (wid/sda)

Erstellt: 10.06.2011, 15:25 Uhr

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