Fillon setzt sich im internen Machtkampf durch

Präsidentschaftskandidat François Fillon hat eine grosse Hürde übersprungen. Seine eigene Partei hat sich hinter ihn gestellt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der angeschlagene François Fillon hat den innerparteilichen Machtkampf für sich entschieden. Die Parteispitze der französischen Konservativen stellte sich in einer Krisensitzung am Montag einstimmig hinter den Präsidentschaftskandidaten, wie ein Sprecher der Republikaner am Abend mitteilte.

Ex-Regierungschef Alain Juppé, der wiederholt als Alternative zu Fillon genannt worden war, hatte bereits zuvor endgültig auf eine Kandidatur verzichtet. Wegen Vorwürfen der Scheinbeschäftigung von Familienangehörigen auf Staatskosten ist Fillon in Umfragen deutlich zurückgefallen.

«Entschlossen hinter Fillon»

Nun hat das politische Komitee der Republikaner-Partei einstimmig seine Unterstützung für Fillon erneuert, wie Senatspräsident Gérard Larcher im Anschluss vor Journalisten sagte. «Die Republikaner stehen damit zusammen und entschlossen hinter François Fillon», sagte der Senatspräsident.

Das Treffen des Gremiums – in dem die zentralen Lager der Partei vertreten sind – war angesetzt worden, um über die schwierige Lage von Fillons Kandidatur zu sprechen. Zahlreiche Politiker aus seiner eigenen Partei hatten in den vergangenen Tagen seinen Rücktritt gefordert. Fillons Wahlkampf wird seit Wochen vom Verdacht einer Scheinbeschäftigung seiner Frau und zweier Kinder belastet.

Zahlreiche Parteifreunde hatten gehofft, dass Juppé für seinen wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre angeschlagenen Rivalen einspringen könnte. Der bei vielen Franzosen beliebte Bürgermeister von Bordeaux, der Fillon bei der Vorwahl der konservativen Republikaner im November klar unterlegen war, hatte Ende vergangener Woche selbst Bereitschaft dazu signalisiert.

In Umfragen nur auf Rang 3

In Umfragen liegt Fillon derzeit nur noch auf dem dritten Platz und würde es damit nicht in die Stichwahl der Präsidentschaftswahlen schaffen. Dort würde es nach derzeitigem Stand zum Duell zwischen der rechtspopulistischen Front-National-Chefin Marine Le Pen und dem parteilosen sozial-liberalen Kandidaten Emmanuel Macron kommen. Dann hätte Macron gute Siegeschancen.

Umfragen hatten Juppé deutlich mehr Chancen bei der Präsidentschaftswahl eingeräumt als Fillon: Der Ex-Premier wäre demnach in die Stichwahl eingezogen. Ein Sieg gegen Le Pen wäre dann ebenfalls sehr wahrscheinlich gewesen.

(fal/afp/sda)

Erstellt: 06.03.2017, 20:34 Uhr

Artikel zum Thema

«Für mich ist es zu spät»

Zahlreiche Konservative wollen Ex-Premier Alain Juppé anstatt François Fillon als Präsidentschaftskandidaten. Dieser schliesst eine Kandidatur jedoch aus. Mehr...

Penelope Fillon: Ihr Mann soll «bis zum Ende» weitermachen

Sehr verschiedene Aufgaben habe sie für ihren Gatten erledigt, so die Frau des französischen Präsidentschaftskandidaten. Für sie ist Fillon trotz «Penelope-Gate» der einzig richtige Kandidat. Mehr...

Fillon verliert Rückhalt von eigener Partei

Frankreichs Konservative drängen Fillon zum Verzicht auf die Präsidentschaftskandidatur. Ein prominenter Ersatz steht schon bereit. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...