Franziskus verurteilt die Skandalpresse scharf

Der Papst vergleicht die Leser von Skandalblättern mit Menschen, die das Verzehren von Exkrementen sexuell befriedigt.

«Ich denke, die Medien sollten klarer und transparenter sein»: Papst Franziskus. (7. Dezember 2016)

«Ich denke, die Medien sollten klarer und transparenter sein»: Papst Franziskus. (7. Dezember 2016) Bild: Vincenzo Pinto/AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Papst Franziskus hat mit deutlichen Worten die Skandalpresse angeprangert. In einem Interview beklagte er zudem die Verbreitung falscher Nachrichten.

In einem Interview mit dem belgischen Magazin «Tertio» verglich Papst Franziskus die Leser von Skandalblättern mit Menschen, die das Verzehren von Exkrementen sexuell befriedigt.

«Ich denke, die Medien sollten klarer und transparenter sein und nicht, entschuldigen Sie den Ausdruck, in eine Koprophilie fallen, die stets bereit ist, Skandale und widerliche Dinge zu verbreiten, so wahr sie auch sein mögen», sagte der 79-Jährige in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview.

«Desinformation ist schlimm»

Der Papst beklagte zudem die Verbreitung von falschen Nachrichten. «Desinformation ist vielleicht das Schlimmste, was ein Medium anrichten kann, weil sie die Meinung in eine Richtung lenkt und einen Teil der Wahrheit weglässt», sagte Franziskus.

Über «Desinformation» wurde zuletzt im Zusammenhang mit der US-Präsidentschaftswahl und dem Brexit-Votum in Grossbritannien diskutiert.

Im Internet hatten während des US-Wahlkampfs und während der Brexit-Kampagne zahlreiche Falschmeldungen kursiert, die nach Ansicht von Kritikern die Wähler in eine bestimmte Richtung lenkten.

So führten einige den Wahlsieg des Rechtspopulisten Donald Trump und das Votum der Briten für den EU-Austritt ihres Landes unter anderem auf die immense Verbreitung dieser Meldungen zurück. (chk/sda)

Erstellt: 08.12.2016, 04:30 Uhr

Artikel zum Thema

Trump und der Papst – die schlimmste Lüge im Wahlkampf

Eine Liste zeigt, welche 10 Artikel sich vor der US-Wahl am stärksten auf Facebook verbreiteten. Die Hälfte war Falschinformation. Mehr...

Sohn von Trump-Berater wegen «Pizzagate» gefeuert

Michael G. Flynn hielt hartnäckig an Pädophilie-Vorwürfen gegen Hillary Clinton fest. Der Spross des künftigen nationalen Sicherheitsberaters muss Trumps Übergangsteam verlassen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Kommentare

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Nichts für schwache Arme: Chinesische Arbeiter formen ein Tonfass in einer Porzellanfabrik in Jingdezhen (23. September 2017).
Mehr...