Frauen wählten Van der Bellen, frustrierte Männer Hofer

Die Nachwahlbefragung offenbart tiefe Gräben in der österreichischen Gesellschaft.

Mit steigendem Bildungsgrad nehmen auch die Sympathien für Alexander Van der Bellen (Plakat im Vordergrund) zu. Norbert Hofer (Plakate im Hintergrund) ist vor allem bei den einfachen Arbeitern sehr populär.

Mit steigendem Bildungsgrad nehmen auch die Sympathien für Alexander Van der Bellen (Plakat im Vordergrund) zu. Norbert Hofer (Plakate im Hintergrund) ist vor allem bei den einfachen Arbeitern sehr populär. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Auftrag des staatlichen Fernsehsenders ORF wurde im Nachgang zu den Präsidentschaftswahlen in Österreich eine Befragung bei 1222 Personen durchgeführt.

Kurz zusammengefasst sprach der rechtspopulistische Norbert Hofer (FPÖ) Männer mit tiefem Bildungsgrad und schlechter Zukunftsperspektive an. Der typische Hofer-Wähler lebt zudem eher auf dem Land.

Für den Grünen Alexander Van der Bellen stimmten mehr Frauen, Akademiker und Menschen, die erwarten, dass sich ihr Leben in den nächsten Jahren verbessert. Auch Städter wählten den Grünen deutlich häufiger. Er konnte in den Hauptstädten aller österreichischen Bundesländer gewinnen.

Gross sind die Unterschiede beim Wahlverhalten zwischen Männern und Frauen.

Zwischen den Generationen sind die Differenzen kleiner.

Deutlich zeigt sich in der Nachwahlbefragung, dass einfache Arbeiter viel öfter Hofer gewählt haben.

Ebenfalls sehr gross sind die Unterschiede im Wählerverhalten, wenn es nach Bildungsgrad aufgeschlüsselt wird. Der Grüne Van der Bellen ist populär bei Akademikern, Konkurrent Hofer wurde stärker von Österreichern unterstützt, die lediglich die obligatorische Schulzeit oder eine Lehre abgeschlossen haben.

Menschen, die für sich persönlich und für Österreich eine positive Zukunft erwarten, fühlten sich eher von Van der Bellen angesprochen. Bei Hofer dominierten die Pessimisten.

Die Nachwahlbefragung zeigt aber auch, dass Van der Bellen von vielen nur gewählt wurde, um dessen Konkurrenten zu verhindern. Bei Hofer ist der Anteil «Verhinderer» deutlich kleiner.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.05.2016, 16:14 Uhr

Artikel zum Thema

Auf den Wahlkrimi folgt eine Gartenparty

Video Im Park eines Wiener Palais gab der designierte Präsident Alexander Van der Bellen ein erstes Statement ab. Mehr...

Gespaltenes Land

Kommentar Der neue Bundespräsident, wie er auch heisst, wird den Graben in Österreich nicht überwinden können. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Mamablog Deine Lehrstelle – meine Nerven!

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.