Freunde sorgen sich um Altkanzler Helmut Schmidt

Das Umfeld von Helmut Schmidt rechnet gemäss Medienberichten «mit dem Schlimmsten». Dem früheren deutschen Kanzler soll es sehr schlecht gehen.

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Der Gesundheitszustand von Helmut Schmidt hat sich laut dessen Umfeld dramatisch verschlechtert. Freunde des Altkanzlers rechnen mit «dem Schlimmsten», schreibt das «Hamburger Abendblatt».

«Helmut geht es ganz und gar nicht gut», zitiert die Lokalzeitung einen Bekannten. Sein Umfeld hofft, dass der SPD-Politiker seinen 97. Geburtstag am 23. Dezember noch erleben darf. Die Lage sei so ernst, dass seine Tochter Susanne aus England angereist sei, um bei ihm zu sein. Sie wohne im Elternhaus. Der Mitherausgeber der Wochenzeitung «Die Zeit» war erst Mitte September nach einer Operation aus der Klinik entlassen worden.

Mit dem Rauchen aufgehört

Schmidt musste im September im Spital wegen eines Blutgerinnsels im Bein operiert werden. Der Gefässverschluss, der umgangssprachlich auch Raucherbein genannt wird, sei nicht lebensgefährlich gewesen.

Er lag danach auf der Intensivstation, konnte die Klinik aber nach zwei Wochen verlassen. Damals sagten die Ärzte, sein Gesundheitszustand sei gut. Er wird zu Hause in Hamburg-Langenhorn rund um die Uhr medizinisch versorgt. «Die Entlassung erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten», hatte die Hamburger Asklepios-Klinik St. Georg damals erklärt.

Eine Ambulanz habe ihn noch zweimal ins Spital einliefern müssen, so das «Abendblatt». Die erhoffte Stabilisierung ist dem Zeitungsbericht zufolge nicht eingetreten. «In seinem hohen Alter ist jeder Eingriff ein grosses Problem», zitierte das Blatt eine Kontaktperson aus der Klinik. Der leidenschaftliche Raucher hat laut Medienberichten danach sogar die Finger von Zigaretten gelassen.

Kardiologe hoffte auf Besserung

Nach seiner Entlassung Mitte September hatte Schmidts Kardiologe Karl-Heinz Kuck die Hoffnung geäussert, dass der 96-Jährige zu Hause wieder zu Kräften kommt. Gegen eine Zigarette hatte Kuck damals nichts einzuwenden. «Schmidt raucht seit mehr als 80 Jahren. Er soll ruhig wieder zur Zigarette greifen. Hauptsache, er bewegt sich.»

In der Klinik hatte der sozialdemokratische Politiker der Wochenzeitung «Die Zeit» nach Angaben der Ärzte nicht geraucht. Er habe aber ein Nikotinpflaster bekommen. Bei früheren Spitalaufenthalten soll der Altkanzler nach Informationen aus Klinikkreisen immer geraucht haben – ungeachtet eines Verbots.

Nachfolger von Willy Brandt

Schmidt war von 1974 und bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. In der aus Konservativen und Sozialdemokraten bestehenden Grossen Koalition war er zuvor von 1967 bis 1969 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und danach Verteidigungs- und Finanzminister.

Den Hamburgern ist Schmidt auch als tatkräftiger Innensenator während der Sturmflut von 1962 im Gedächtnis. Der Sohn eines Volksschullehrers kam am 23. Dezember 1918 im Hamburger Arbeiterviertel Barmbek zur Welt.

(ij/sda)

Erstellt: 09.11.2015, 12:57 Uhr

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