Gasstreit vertagt

Auch siebenstündige Verhandlungen brachten keine Einigung: Die Ukraine und Russland beenden in Brüssel ihre Gespräche ohne konkrete Lösungen, wie der Gashandel künftig abgewickelt werden könnte.

Uneinig mit der Ukraine: Russlands Energieminister Alexander Nowak spricht in Brüssel mit den Medien. (9. Juni 2014)

Uneinig mit der Ukraine: Russlands Energieminister Alexander Nowak spricht in Brüssel mit den Medien. (9. Juni 2014) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Streit zwischen Moskau und Kiew um russische Erdgaslieferungen an die Ukraine geht vorerst weiter. Der ukrainische Energieminister Juri Prodan und dessen russischer Kollege Alexander Nowak konnten sich in der Nacht zum Dienstag in Brüssel nicht einigen.

Hauptstreitpunkte der über siebenstündigen Verhandlungen waren der Preis künftiger Erdgaslieferungen und die Begleichung ukrainischer Schulden für frühere Lieferungen.

«Alle Parteien bemühen sich»

EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der bei den Verhandlungen vermittelte, sagte, die Gespräche würden entweder am Dienstagabend oder am Mittwochmorgen fortgesetzt: «Wir haben noch laufende Verhandlungen.» Er fügte hinzu: «Alle Parteien bemühen sich, eine falsche Entwicklung zu vermeiden.»

Russland hat mit einem Lieferstopp für Erdgas gedroht, falls die Ukraine nicht ihre Schulden bis zum Dienstag bezahle. Ein solcher Stopp könnte auch die Gasversorgung der EU, die zum grossen Teil über das Transitnetz der Ukraine läuft, betreffen.

Präsidenten einbeziehen

Oettinger sagte, Ukrainer und Russen müssten mit ihren jeweiligen Staatspräsidenten über den Stand der Verhandlungen sprechen. Der ukrainische Energieminister Prodan sagte, die EU-Kommission habe «bestimmte Vorschläge gemacht, über die wir nachdenken werden».

Die Ukraine halte daran fest, dass über den neuen Gaspreis und über die Begleichung alter Gasschulden in einem Paket entschieden werden müsse. Der Chef des russischen Konzerns Gazprom, Alexei Miller, habe für die Preisfindung aber einen Mechanismus vorgeschlagen, der für die Ukraine nicht akzeptabel sei.

Dieser Vorschlag habe darauf gezielt, den Preis aufgrund einer Verringerung der Ausfuhrsteuern zu senken. Der Steuersatz könne aber jederzeit von der russischen Regierung verändert werden.

Der russische Energieminister Nowak sprach hingegen von einem «sehr konstruktiven Vorschlag». Russland bestehe darauf, dass die Ukraine für die Monate November und Dezember 2013 rund 1,45 Milliarden Dollar bezahlen müsse. Zudem seien noch 500 Millionen Dollar für April und Mai dieses Jahres fällig. Nowak bezeichnete die Verhandlungen als «lang und nicht feindselig». (chk/sda)

Erstellt: 10.06.2014, 03:55 Uhr

Artikel zum Thema

Poroschenko will so rasch als möglich in die EU

Mehr als drei Monate nach der Flucht von Viktor Janukowitsch hat die Ukraine wieder einen Präsidenten: Petro Poroschenko legte seinen Amtseid ab. Und schlug sogleich kämpferische Töne an. Mehr...

Es geht um mehr als unbezahlte Rechnungen

Hinter dem Gasstreit mit Israel sehen Regimekritiker in Ägypten ein Ablenkungsmanöver des Militärrats. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Rioja fasziniert mit neuer Vielfalt

Die Winzer aus der Region Rioja glänzen mit stetig zunehmender Finesse und Vielfalt. Neben Weissweinen sind auch Einzellagen, Orts- und Gebietsweine auf dem Vormarsch.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...