Gazprom beginnt mit Ölförderung in der Arktis

Die Greenpeace-Aktion konnte ihr nichts anhaben: Die russische Förderplattform im Priraslomnoje-Ölfeld ist in Betrieb.

Umstrittene Ölförderung: Die Priraslomnoje-Plattform unterwegs in die Arktis. (Archivaufnahme)

Umstrittene Ölförderung: Die Priraslomnoje-Plattform unterwegs in die Arktis. (Archivaufnahme) Bild: AP/Andrei Pronin /Keystone

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Der russische Energiekonzern Gazprom hat die heftig umstrittene Ölförderung in der Arktis aufgenommen. Es sei mit der Erschliessung des Priraslomnoje-Ölfeld begonnen worden, teilte das staatliche Unternehmen mit.

Damit sei das erste Projekt zur Rohstoffgewinnung in der Arktis in der Geschichte Russlands angelaufen. Moskau plant seit Langem die Erschliessung der riesigen Öl- und Erdgasvorkommen, die in diesem Gebiet vermutet werden.

Aktivisten profitieren von Amnestie

Bei ihrem Protest gegen die Plattform im Priraslomnoje-Ölfeld waren im September 30 Besatzungsmitglieder eines Greenpeace-Schiffs – darunter der Schweizer Marco Weber – festgenommen worden. Sie wollten auf die Umweltgefahren durch die Ölbohrungen aufmerksam machen.

Die Umweltaktivisten aus verschiedenen Ländern sind wegen Rowdytums angeklagt und dürfen Russland nicht verlassen. Sie könnten aber von einer Amnestie profitieren, die am Mittwoch von der russischen Duma verabschiedet wurde.

Russischer Umweltaktivist nach Sotschi-Kritik verurteilt

Ein prominenter russischer Umweltaktivist ist derweil nach seiner scharfen Kritik an den Bauarbeiten für die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Jewgeni Witischko hatte die Umweltschäden durch die Olympia-Bauten angeprangert und war bereits 2012 gemeinsam mit einem weiteren Aktivisten der «absichtlichen Zerstörung von Eigentum» schuldig befunden worden. Damals bekam er drei Jahre auf Bewährung.

Die Staatsanwaltschaft hatte jedoch gefordert, die Bewährungsstrafe in eine Haftstrafe umzuwandeln. Dem folgte ein russisches Gericht, wie Witischkos Organisation Umweltwache für den Nordkaukasus mitteilte. Witischko hat zehn Tage Zeit für eine Berufung. Der zweite Aktivist, Suren Gasarjan, ist mittlerweile aus Russland geflohen.

Mehrere Journalisten und Aktivisten sind nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP für ihre kritische Berichterstattung über die Vorbereitungen zu den Winterspielen Schikanen ausgesetzt worden. Einige wurden festgenommen, mit willkürlichen Vorwürfen konfrontiert und von der Polizei verschärft kontrolliert. Gleichzeitig hat die russische Regierung in einer von Beobachtern als Charmeoffensive vor Olympia gewerteten Amnestie hochkarätige Gefangene wie den Ex-Oligarchen Michail Chodorkowski freigelassen. (mw/sda/AP)

Erstellt: 20.12.2013, 22:47 Uhr

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