Granate schlägt bei Bushaltestelle ein – mindestens 13 Tote

Das Viertel war bisher von Kämpfen verschont geblieben: Nun starben an einer Bushaltestelle im ostukrainischen Donezk mindestens 13 Zivilisten.

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Durch einen Granatenbeschuss auf eine Bushaltestelle im ostukrainischen Donezk sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Beim Einschlag eines Geschosses seien in einem Oberleitungsbus zwölf Menschen getötet worden, ein weiterer Mensch sei in einem vorbeifahrenden Auto gestorben, teilte ein Vertreter des Bürgermeisteramtes gemäss einer Mitteilung der Nachrichtenagentur AFP mit.

Das Fahrzeug sei in der Separatisten-Hochburg Donezk von einer Mörsergranate getroffen worden. Das sagte der örtliche Separatistenführer Alexander Sachartschenko. Wer für die Attacke verantwortlich war, war zunächst unklar. Sachartschenko gab der Ukraine die Schuld.

Die von Separatisten betriebene Nachrichtenagentur Donezk berichtete unter Berufung auf Beamte, das Geschoss sei von einem tragbaren Mörser mit einem Kaliber von 82 Millimeter abgefeuert worden. Diese Art von Waffe könnte darauf hindeuten, dass die Granate von unter der Kontrolle der Rebellen stehendem Territorium aus abgegeben wurde.

Der Beschuss ereignete sich den Angaben zufolge in einem bislang von Kämpfen weitgehend verschonten Stadtviertel. Den Angaben zufolge wurden beim Einschlag des Geschosses etwa ein Dutzend weitere Menschen verletzt.

Dieses Video zeigt die Szenerie des Granateneinschlags – den Schaden am Bus sowie den umliegenden Gebäuden. (Quelle: Youtube / Сегодня.ua)

Nach monatelangen erbitterten Kämpfen haben ukrainische Regierungssoldaten den Flughafen von Donezk inzwischen weitgehend verlassen. Allerdings sagen Militärbeamte, dass sich ein Teil des Terminals unter Kontrolle ihrer Soldaten befinde.

Das Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien sechs Soldaten am Terminal ums Leben gekommen. Nach den Kämpfen am Flughafen seien zudem 16 ukrainische Soldaten gefangen genommen worden. Einer der Gefangenen wurde zum Ort des Bombardements des Busses gebracht, während Leichen noch immer in der Strasse lagen. Einige aus einer versammelten Menschenmenge schlugen und traten auf den Soldaten ein.

Bei den Gefechten in der Ostukraine sind seit April nach UN-Schätzungen mehr als 4700 Menschen ums Leben gekommen. Diplomaten aus Russland und der Ukraine einigten sich am Mittwoch auf eine Trennlinie, von der die Konfliktparteien ihre schweren Waffen zurückziehen sollen.

Nach dem Plan, auf den sich die Aussenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine bei einem Treffen in Berlin einigten, sollen schwere Geschütze von den prorussischen Separatisten und den ukrainischen Regierungssoldaten auf jeder Seite um 15 Kilometer hinter die Trennlinie zurückgezogen werden.

(bru/AFP)

Erstellt: 22.01.2015, 08:49 Uhr

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