Hunderte US-Söldner angeblich in Slowjansk

Die ehemalige Sicherheitsfirma Blackwater sei im Osten der Ukraine aktiv. Das soll der deutsche Geheimdienst nach Berlin gemeldet haben.

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Die ukrainischen Streitkräfte werden laut einem Bericht der «Bild am Sonntag» (online nicht verfügbar) von Hunderten Söldnern aus den USA unterstützt. Aufseiten der ukrainischen Armee und Polizei operierten derzeit etwa 400 Elitekämpfer der privaten US-Sicherheitsfirma Academi, vormals Blackwater, berichtete die deutsche Zeitung unter Berufung auf Angaben des deutschen Geheimdienstes BND gegenüber der Regierung.

«Die schwer bewaffneten Söldner koordinieren und führen Guerillaeinsätze rund um die ostukrainische Stadt Slowjansk gegen prorussische Rebellen», schreibt die Zeitung.

Bereits früher kamen ähnliche Vorwürfe aus Russland. Dabei zirkulierte auch ein Video, auf dem schwer bewaffnete Männer ohne Hoheitsabzeichen zu sehen sind. Diese sollen sich prorussischen Demonstranten in der ostukrainischen Stadt Donezk genähert, sich aber schnell wieder zurückgezogen haben.

Das Unternehmen Academi dementierte allerdings am 17. März auf seiner Website vehement. «Einige unverantwortliche Blogger und Onlinereporter» hätten haltlose Gerüchte verbreitet, hiess es. Auch jetzt bestreitet Academi, dass Mitarbeiter in der Ukraine im Einsatz sein könnten. Vizechefin Suzanne Kelly sagte gegenüber «Zeit online», es sei auch nicht geplant, einen «Einsatz zu starten» oder in dem Land präsent zu sein.

Kelly bezeichnete es als «unglaublich unverantwortlich», den Eindruck zu erwecken, Academi und die umstrittene frühere US-Sicherheitsfirma Blackwater seien ein und dasselbe. Der Eigner von Blackwater habe die in den USA angesiedelte Trainingseinrichtung an private Investoren verkauft, die diese und das zur Unterstützung gegründete Unternehmen in Academi umbenannt habe.

Der frühere Eigentümer habe alle Rechte an dem Namen Blackwater behalten. «Academi hat keine Beziehung zu ihm», sagte Kelly. Aus Blackwater war im Jahr 2009 das Unternehmen Xe Services hervorgegangen, daraus wiederum im Jahr 2011 Academi.

Zivilisten im Irak getötet

Das Vorgängerunternehmen Blackwater war in die Kritik geraten, weil eine Gruppe von Mitarbeitern im Jahr 2007 bei der Bewachung eines US-Diplomatenkonvois in der irakischen Hauptstadt Bagdad mindestens 14 Zivilisten getötet haben soll. Der Irak verlängerte daraufhin die Lizenz für eine Arbeit des Unternehmens in dem Land nicht mehr.

In der Rebellenhochburg Slowjansk wurde zuletzt weiter heftig gekämpft. Vom Stadtrand waren am Sonntag schweres Geschützfeuer und Maschinengewehrsalven zu hören. Zudem wurden von dem Vorort Andrijwka am südlichen Zugang der Stadt Gefechte zwischen prorussischen Milizen und den Sicherheitskräften gemeldet, die seit einer Woche die Stadt belagern. (rub/AFP)

Erstellt: 11.05.2014, 16:32 Uhr

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