«Ich will Deutschland dienen»

Die amtierende Kanzlerin will es noch einmal wissen und im Herbst zum vierten Mal kandidieren. Das bestätigte Angela Merkel am Abend vor den Medien.

«Für volle vier Jahre»: Angela Merkel äussert sich vor den Medien über ihre Zukunftspläne.
Video: Reuters

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich bei ihrer Kanzlerkandidatur erneut für die volle Amtszeit von vier Jahren bewerben. Merkel sagte am Sonntagabend in Berlin, es gehe nicht nur um eine Entscheidung für den Wahlkampf, sondern «für die vier vollen Jahre».

Die Kanzlerin hatte zuvor die CDU-Spitzengremien darüber unterrichtet, dass sie im kommenden Herbst zum vierten Mal antreten wolle.

Rund zehn Monate vor der Bundestagswahl und zwei Wochen vor dem CDU-Parteitag in Essen sei der «geeignete Zeitpunkt» für die Erklärung gekommen, sagte Merkel bei einer Medienkonferenz. Sie werde sich sowohl erneut für den Parteivorsitz der CDU als auch für die Kanzlerkandidatur bewerben - dies gehöre in ihrem Verständnis zusammen: «Ich will Deutschland nach wie vor dienen.»

Merkel sagte, sie habe lange über ihre politische Zukunft nachgedacht. «Die Entscheidung für eine vierte Kandidatur ist nach elf Amtsjahren alles andere als trivial. Weder für das Land, noch für die Partei noch - ich sage es ganz bewusst in dieser Reihenfolge - für mich persönlich.»

Ein schwieriger Wahlkampf

Angesichts der Krisen in Europa und der Welt sowie des wachsenden Populismus auch in Deutschland werde die Wahl wohl so schwierig wie keine zuvor seit der Wiedervereinigung, erklärte Merkel. «Wir werden es mit Anfechtungen von allen Seiten zu tun haben.» Sie sei in dieser Situation bereit, erneut zu kandidieren und dem Land zu dienen.

«Aber all das was damit, ganz besonders jetzt nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika, verbunden wird, wie es auf mich ankommt, das ehrt mich zwar, aber ich empfinde es auch sehr stark als grotesk und geradezu absurd», sagte Merkel.

«Kein Mensch alleine, auch nicht mit grösster Erfahrung, kann die Dinge in Deutschland, Europa, in der Welt mehr oder weniger zum Guten wenden, und schon gar nicht eine Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.»

Kritische SPD

Kritische Töne über die Kandidatur kamen vom Koalitionspartner SPD. Nach Ansicht von SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat Merkel keine überzeugende Vision für Deutschlands Zukunft. «Nach dann zwölf Jahren im Amt ist die Luft wirklich raus», sagte Barley der Nachrichtenagentur dpa.

Bei der SPD ist offen, ob Parteichef Sigmar Gabriel oder EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) im nächsten Herbst Merkel herausfordern werden. Vieles spricht für Gabriel. (NXP/SDA)

Erstellt: 20.11.2016, 18:53 Uhr

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