In den Ghettos von Marseille

In keiner europäischen Metropole ist das soziale Gefälle so gross wie in Marseille. Erste und Dritte Welt prallen hier aufeinander.

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Da oben steht sie, unverwüstlich. Eigentlich thront sie mehr über der Stadt, gleissend und golden in der Wintersonne. Als übersehe sie gütig alles, was da unten passiert. Als verwundere sie nichts mehr, kein Exzess: die «Bonne Mère», die «Gute Mutter», die Madonna auf dem Kirchturm von Notre-Dame de la Garde.

Sie ist die Schutzmatrone von Marseille, 11 Meter hoch, von weit her sichtbar, die ständige Orientierungshilfe der Marseillais, geografisch und vielleicht auch spirituell. Für die Christen wie für die Muslime, die vermutlich etwa gleich stark vertreten sind in der Stadt. Wenn muslimische Paare heiraten, kommen auch sie hier hoch für die Fotos. Die «Bonne Mère» mit dem Jesuskind im Arm ist der Religion entrückt. Manchmal gibt die Jungfrau auch die Schiessbudenfigur, gezeichnet von Klischees, Karikatur und brutaler Kriminalität. Jetzt ist es wieder so.

Halb französisch, halb afrikanisch

Ausgerechnet jetzt, da Marseille ein Jahr lang hell leuchten soll als Kulturhauptstadt Europas, kriegt sie die dunklen Geister nicht los. Es liegt ein Schatten über der zweitgrössten, ärmsten, kulturell und ethnisch vielfältigsten, potenziell dynamischsten, eruptivsten, intensivsten, schmutzigsten, zerrissensten Stadt Frankreichs. 2600 Jahre alt. 840'000 Einwohner. Heimat so vieler Heimatloser. Strand so vieler Wellen von Immigranten. Halb französisch, halb afrikanisch. Erste und Dritte Welt in einem.

Trotz der Sonne des Südens ist der Ruf am Boden. Trotz der Sehnsucht vieler Franzosen nach den schönen Calanques, diesen fjordähnlichen Meeresbuchten mit türkisfarbenem Wasser wie in der Karibik, hat Marseille das Image einer Kapitale der Kriminalität. Verzerrt und überdreht, aber nicht frei erfunden. «Rio-sur-Mer» nennt man die Stadt wieder, «Klein-Chicago» oder «Neapel II».

Betongrau, zugebaut

Die Abendnachrichten der französischen Fernsehsender, die alle in Paris gemacht werden, beginnen oft mit «Faits divers» aus Marseille. Meist sind es Abrechnungsmorde im Drogenmilieu, tödliche Kämpfe um Territorien und Kunden. Die gab es zwar immer schon. Nur werden sie neuerdings mit der Kalaschnikow ausgetragen, mit Serienfeuer. Die AK-47 kommen aus dem Osten, kosten wenig und machen Angst. «Hyperkriminalität» nennt es die Polizei. Zwei Dutzend Tote allein im letzten Jahr. Und zahlreiche Verletzte, auch unter völlig Unbeteiligten.

Als wäre Krieg. Als entglitte die Stadt der Kontrolle des Staates. In einige Strassen wagt sich die Polizei nicht mehr. Oder nur in Truppenstärke, mit gepanzerten Fahrzeugen. «Wenn mit Kalaschnikows geschossen wird, braucht es kriegerische Mittel, um zu kontern», sagt Samia Ghali, die sozialistische Bürgermeisterin der Quartiers Nord von Marseille, Frankreichs schwierigster Banlieue. «Hier braucht es die Armee und Soldaten mit schweren Waffen.» Als wäre es ein richtiger Krieg. Mitten in Europa.

Der Sound der Stadt

Wenn man Marseille verstehen will, muss man aber zunächst hinauf zur «Bonne Mère», zur Spitze dieses Kalkhügels im Zentrum, um sich einen Überblick zu verschaffen. Man muss sich dafür den Sound anhören, der in dieser Stadt hochsteigt, den sonoren Groove vom Alten Hafen, das tiefe Getröte der Schiffe, die pfeifenden Böen des Mistrals, die Raï-Musik aus dem Radio eines parkierten Autos. Man muss die Kirche umkreisen wie im Karussell, das Panorama auf sich wirken lassen. Einmal, zweimal, dreimal, bis sich alles im Kopf dreht.

Die Stadt ist nicht schön, nicht im klassischen Sinn. Betongrau ist sie, kaum je grün, eine Reminiszenz an Jahrzehnte bauwütiger und geschäftstüchtiger Politiker. Im Süden das Meer, die Inseln, die Villen mit ihren Swimmingpools an der Corniche: europäisch, christlich, bürgerlich, alt. Im Norden die heruntergekommenen Wohnsilos, wie Legosteine an die Berge gereiht, einer neben dem andern: mit maghrebinischen und schwarzafrikanischen Bewohnern, mehrheitlich Muslime, arm und jung.

Grenzlinie Cannebière

Das Nord-Süd-Gefälle ist hier für einmal umgekehrt. Der Norden ist hier der Süden, der Süden der Norden. In keiner anderen Metropole Europas, sagen die Soziologen, ist das soziale Gefälle grösser als in Marseille: Sehr Reiche und sehr Arme leben hier nebeneinander. Die Mittelklasse hat sich verzogen. Die lebt in Aix-en-Provence und in Aubagne, in den netten und ruhigen Provinzstädten der Umgebung, und redet schlecht über Marseille. Die meisten, die es sich leisten können, ziehen ins Hinterland. Als der frühere Fussballstar Zinédine Zidane, der wohl berühmteste Sohn Marseilles, seine Fussballakademie Z5 errichtete, tat er das nicht in La Castellane, seinem Quartier im Norden, sondern in Les Milles bei Aix-en-Provence.

Zurück bleiben die Gegensätze, puffer- und filterlos. In der Krise prallen sie noch härter aufeinander als sonst schon. Die beiden Welten drehen einander den Rücken zu, mittlerweile beide Ghettos. Von oben, aus der Perspektive der «Bonne Mère», sieht man auch die Demarkationslinie: Die Cannebière, der einstige Paradeboulevard mit grossen Cafés und vornehmen Läden, bildet die Drehtür zwischen Nord und Süd. Die grossen Cafés und Restaurants sind längst weg, die schönen Läden auch. Die Cannebière ist schon eher Norden, heruntergekommen wie ein Grossteil des Stadtzentrums – «banlieuesardisé». Und auch das ist ein französisches Unikum. Bürgermeisterin Samia Ghali würde die Grenze zwischen den Welten wohl als Frontlinie bezeichnen.

«Steigen Sie nur nicht aus!»

Der Termin mit der Bürgermeisterin der Quartiers Nord, Tochter algerischer Einwanderer, die man wegen ihres resoluten und modisch akzentuierten Auftritts auch «die Rachida Dati Marseilles» nennt, brauchte mehrere Anläufe. Die 44-Jährige ist nebenbei auch Senatorin in Paris, ihre Agenda ist voll. Als schliesslich ein Termin gefunden war, fragte Ghalis Sekretärin: «Kommen Sie mit dem Auto zur Mairie? Dann halten Sie nur kurz an der Schranke an der Rue de Lyon, läuten Sie, wir machen auf, fahren Sie rein in den Park. Und nochmals: Steigen Sie nur nicht vorher aus, das ist gefährlich, da garantieren wir für nichts!»

Etwas hysterisch hörte sich das an, aber man hat hier wohl schon viel erlebt. An diesem oberen Teil der langen Rue de Lyon mutet Frankreich weit weg an. Da heisst die Reiseagentur «Maghreb Voyages». Da leben die Algerier in Wohnblöcken zusammen mit Algeriern, auch die eingebürgerten, die Tunesier mit Tunesiern, die Armenier mit Armeniern, die Komorer mit Komorern. Und daneben, in Lagern, leben Roma mit Roma. Die Metzgereien sind fast alle halal, die Jungs auf den Motorrädern führen ohne Helm verrückte Figuren auf, die meisten Frauen sind verschleiert, ältere Männer verkaufen ihre gebrauchten, staubigen Sachen auf dem Trottoir – für 50 Cents, für 1 Euro, mal was für 5. Im Norden Marseilles sieht man viele dieser informellen Märkte. Es sind Behelfsmärkte, Märkte der Misere.

Ghali ist in Bassens geboren und aufgewachsen, einer berüchtigten Cité im XV. Arrondissement, mittendrin in den Quartiers Nord. Sie kennt die Namen aller Mordopfer der letzten Jahre. Sie kennt deren Geschichten. «Viele habe ich auf die Welt kommen, wachsen, aus der Bahn geraten sehen. Und manche sah ich sterben.» Als im letzten Sommer der Sohn einer Jugendfreundin im Kugelhagel der Kalaschnikow eines Rivalen starb, da forderte Ghali in Paris die Armee an. Das passte vielen Genossen natürlich nicht, die Sprache der Linken ist eine andere.

«Diese Stadt lehnt ihre Jugend ab, ihr grösstes Kapital.»

«Sie machen sich ja gar keine Vorstellung», sagt Samia Ghali mit einem herzhaften Lachen, «wie egal mir das ist. Es geht längst nicht mehr um links und rechts. Ich breche die Omertà. Ich rede, und ich weiss, wovon ich rede. Und niemand wird sagen können, dass ich vor der Entwicklung nicht gewarnt habe: Niemand! Hier hat die Republik versagt, hier läuft alles schief. Diese Stadt lehnt ihre Jugend ab, ihr grösstes Kapital.» Mögen auch einige Fassaden der HLM, der Plattenbauten mit den Sozialwohnungen, renoviert worden sein: Die Quartiers Nord von Marseille sind nur halbe Republik. «Wir sind archaisch geblieben, während sich der Rest der Stadt weiterentwickelt hat.»

Dafür sorgte lange Zeit ein Mann, der Marseille wie ein Patron regierte, machtbewusst und klientelistisch: Gaston Defferre, legendärer sozialistischer Oberbürgermeister von 1953 bis zu seinem Tod 1986. Im Norden der Stadt waren die Kommunisten stärker, seine Rivalen. Und darum schnitt Defferre die Banlieue, wo er nur konnte. Vor allem versagte er ihr eine Metrolinie. Er isolierte sie. Natürlich wäre seither genügend Zeit gewesen, Brücken zu schlagen zwischen den beiden Welten. Doch der politische Wille fehlt bis heute, der Klientelismus hat Defferre überlebt.

Keine Schule, viel Stoff

Alle Indikatoren belegen den Rückstand des Nordens. Die Arbeitslosigkeit liegt hier bei 27 Prozent, im Süden bei 13 Prozent. Seit der Hafen, einst das «Tor zum Orient», der kommerzielle Umschlagplatz zwischen den Kolonien und der Metropole, seine Bedeutung verloren hat, sind auch viele Arbeitsplätze im privaten Sektor verschwunden.

Heute lebt Marseille hauptsächlich von der öffentlichen Hand. Und nicht gut. Es reicht nicht für alle. Über 50 Prozent der Jungen zwischen 18 und 24 Jahren sind arbeitslos. 40 Prozent der Teenager sind Schulabbrecher, ohne Abschluss. Viele von ihnen wuchsen in Familien mit nur einem Elternteil auf, ein dramatisch stark verbreitetes Phänomen in den Banlieues: «Jeder zweite Haushalt ist so», sagt Ghali. «Da gehen wichtige Werte verloren, da mangelt es vielen am Autoritätsglauben, am Sinn für Gut und Böse.»

Das Gefälle wächst

50 Prozent der Bewohner der Quartiers Nord leben unter der Armutsgrenze, mit weniger als 900 Euro im Monat, während im Süden viele Leute die Reichensteuer bezahlen. Und noch diese Statistik: Hier im Norden von Marseille ist die Wahrscheinlichkeit, dass man vor Erreichen des 65. Lebensjahres stirbt, 30 Prozent höher als im französischen Durchschnitt. Im Süden Marseilles dagegen liegt die Wahrscheinlichkeit, älter als 65 zu werden, 23 Prozent über dem nationalen Schnitt. Das versteht man in Marseille als Gefälle. Und es wird immer grösser.

Die Zukunft erscheint vielen Jungen in den Cités perspektivlos. Und so wächst die Unterwelt mit ihren lukrativen Geschäften. Es sind Träume vom schnellen Geld. Die Quartiers Nord gelten in der ganzen Region als «Supermarché» für Drogen, für weiche und harte, vor allem für Cannabis und Kokain. Die Kunden kommen aus dem Süden Marseilles, aus Aix, manchmal von weiter her – aus der anderen, aus der Ersten Welt. «Alle kommen sie hierher», sagt Ghali, «es verwischen sich die Grenzen: Ärzte, Unternehmer, Anwälte – die ganze Haute Société kauft hier ein.»

Hebammen des Drogenhandels

Als Kunden fahren sie dorthin, wo sich der Staat als Gewaltmonopolist verabschiedet hat, rein in die schwierigen Cités, vorbei an den «Choufs». Der Begriff kommt aus dem Marokkanischen – so heissen die jungen Aufpasser, die am Eingang eines Blocks stehen oder in einem Fauteuil sitzen und nur reinlassen, wen sie kennen. Und sie warnen, wenn die Polizei kommt. Für etwa 100 Euro im Tag. Die Tagschicht kann auch schon mal 14 Stunden dauern.

Die «Choufs» arbeiten für sogenannte «Charbonneurs», die Dealer, die ihre Kunden meist in den Eingangshallen der Wohnblöcke empfangen. Sie verdienen 200 Euro im Tag und dienen einem Boss, einem «Caïd», der die Ware mit «Go-Fasts», mit Schnelllieferungen aus dem Ausland, nach Marseille bringen lässt. Nach den Schätzungen von Experten verdient ein «Caïd» an einem durchschnittlichen Tag 20'000 Euro. Mit einem Teil des Geldes bezahlt er die «Nourrices»: die Hebammen. Das sind meist arbeitslose Frauen, deren Kinder im Drogenmilieu arbeiten. Für 5000 Euro im Monat lassen sie die Wohnungstür auch über Nacht offen, damit sich die «Charbonneurs» bei einer Polizeirazzia verstecken können. Sie bewahren auch den Stoff gegen Entgeld auf.

Manchmal kommt die Polizei ja tatsächlich. Es gibt gar eine Spezialbrigade gegen die Bandenkriminalität: die BAC Nord. Nur stellte sich unlängst heraus, dass ein Teil der Sondereinheit selber kriminell war, den Dealern bei Razzien den Stoff und die Kohle wegnahm und auch teure Uhren und geschmuggelte Zigaretten selbst einsteckte. Gegen 16 Leute der BAC Nord läuft ein Verfahren, manche wurden vorübergehend verhaftet. Jacques Dallest, der Oberstaatsanwalt von Marseille, sprach von einem «Krebsgeschwür», schickte dann aber nach: «In dieser Stadt ist es schwierig, Polizist zu sein. Das Milieu ist gefährlich, alles kann passieren.» Umso mehr, als nie ganz klar ist, wer gesetzloser ist: der Jäger oder der Gejagte. Und was soll der Gejagte vom Jäger halten?

Immer nur das Böse

Zurück ins Zentrum, in den Süden – zum Hôtel de Ville, dem Ratshaus am Vieux-Port. Der Termin bei Jean-Claude Gaudin, Oberbürgermeister seit 1995, war einfacher zu bekommen als der mit seiner Intimfeindin Ghali im Norden, obschon auch er oft in Paris weilt als Chef der Konservativen im französischen Senat. Als bräuchte diese Stadt keine vollamtlichen Bürgermeister. Es gab auch keine Vorwarnungen aus dem Sekretariat. Gaudins tiefe Stimme mit dem markanten Akzent der Provence trägt durch die Hallen des prunkvollen Ratshauses aus dem 17. Jahrhundert. Vor dem Fenster liegen die Jachten der Reichen vor Anker. Es riecht nach Ancien Régime.

Gaudin enerviert sich schnell über das schlechte Image der Stadt, er hält das «Marseille-Bashing» für eine Pariser Verschwörung: «Das Fernsehen übertreibt die Kriminalität in unserer Stadt, immer nur das Böse schafft es in die Nachrichten. Dabei gibt es auch viel Gutes. Eben erst haben hier Chirurgen siamesische Zwillinge erfolgreich getrennt – darüber wurde nicht berichtet.» Nun ja. Er hält auch die Zweiteilung der Stadt für eine «Legende» aus der Zeit seines Amtsvorgängers Defferre: «In meinen drei Amtszeiten habe ich 1001 Dinge für die Quartiers Nord geleistet. Aber die Dame dort ...» – «Madame Ghali?» – «Ja, die! Die ist ja nie zufrieden. Und sie provoziert ständig.»

Die beiden mögen sich nicht, sie reden nicht miteinander, obschon das wichtig wäre. Nord-Süd, brückenlos. Sie sollten ihre Hemisphären mischen, trennen sie aber. Sie könnten an den Ghettos in den Köpfen rütteln, zementieren sie jedoch. Wenn man Gaudin fragt, ob Ghali Chancen habe, die Oberbürgermeisterwahlen kommendes Jahr zu gewinnen, wird er laut: «Jamais! Sie würde wohl gerne in meinem Büro sitzen, aber das wird ihr nie gelingen.» Er selber zögert noch mit dem Entscheid, erneut zu kandidieren. Er ist jetzt 73. Es geht schon um die Bewertung des politischen Vermächtnisses.

Leiden an Marseille

Und Gaudin ist ein notorischer Schönmaler, ein Beschwichtiger. Der Marseiller Journalist José D’Arrigo, Sohn sizilianischer Einwanderer, beschreibt ihn in seinem unlängst erschienenen Buch «Marseille Mafias» als Nero, der mit einer Harfe in der Hand zuschaut, wie seine Stadt niederbrennt. «Gaudin verkauft die Stadt viel zu gut», schreibt er. Das Buch ist die schonungslose Seelenschau eines Stadtchronisten, das Inventar aller Unzulänglichkeiten aus der melancholischen Perspektive eines enttäuschten Liebenden. Er leidet mit an den Leiden Marseilles, man spürt es aus jeder Zeile heraus.

So geht es vielen Marseillais. Auch solchen im begüterten Süden, den Wählern Gaudins. Denen, die geblieben sind, den Kleinunternehmern und Anwälten, den Treuhändern und Fussballprofis, den Italienern und den Korsen, die es zu Geld gebracht haben, den Rentnern mit altem Familienkapital, die nie wegziehen würden. Manche leben in Gated Communities, abgesicherten Wohnanlagen, wie man sie aus den Reichenvierteln in Drittweltländern kennt. Die Anlagen am Meer tragen schöne Namen: Les Alpilles, Prado Rivage, La Réserve.

Es ist, als hätten sie mit der anderen Welt, der Welt im Norden, nichts gemein. Ausser der leidenschaftlichen Hassliebe für diese Stadt. Ausser dem Leiden am Stillstand. Ausser dem verletzten Stolz, wenn aus Paris Häme kommt, wenn man belächelt oder bemitleidet wird vom Rest der Republik. Gemein haben die beiden Welten von Marseille auch die Sicht auf die «Bonne Mère». Man sieht sie von überall. Sie wacht über dieser Stadt, sie gibt ihr ein bisschen Halt, ein bisschen Zentralität, eine Referenz. Wie ein Leuchtturm. Alle 25 Jahre wird die «Gute Mutter» neu vergoldet, aufgetakelt sozusagen, damit sie alles überstrahlt. Alle Exzesse.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.01.2013, 09:04 Uhr

(Bild: TA-Grafik)

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