Italien macht Druck: MSF-Schiff darf nicht auf Sizilien anlegen

Ärzte ohne Grenzen sollen ins Visier der italienischen Ermittler geraten sein. Jüngst durchkreuzte zudem die Küstenwache eine Rettungsaktion der NGO.

Rettungseinsätze bekommen Auflagen: Migranten aus Libyen warten auf Rettung der Aquarius, ein Schiff der SOS Mediterranee und MSF. (2. August 2017)

Rettungseinsätze bekommen Auflagen: Migranten aus Libyen warten auf Rettung der Aquarius, ein Schiff der SOS Mediterranee und MSF. (2. August 2017) Bild: AFP

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Rom verschärft den Druck auf die NGO, die nicht den von der italienischen Regierung aufgesetzten Verhaltenskodex für private Seenotretter unterschrieben haben.

Die italienischen Behörden haben dem Schiff «Prudence» der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) verboten, nach Rettungseinsätzen für Flüchtlinge im Meer, diese nach Sizilien zu bringen.

127 Flüchtlinge, die von der Prudence am Samstag gerettet worden waren, wurden an Bord von zwei Schiffen der italienischen Küstenwache genommen. Diese führten die Flüchtlinge nach Lampedusa. MSF zählt zu den Nichtregierungsorganisationen, die den von der Regierung verfassten Verhaltenskodex nicht unterzeichnet haben.

Im Fadenkreuz der Justiz?

Ärzte ohne Grenzen hatte am Samstag Berichte zurückgewiesen, wonach auch sie wegen Rettungsaktionen von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer im Visier der italienischen Ermittlern sein soll. Man sei von keiner Staatsanwaltschaft über etwaige Untersuchungen informiert worden, teilte die Organisation am Samstag in Rom mit.

Die Zeitung «Corriere della Sera» hatte berichtet, dass auch Mitglieder von MSF wegen mutmasslicher Begünstigung von illegaler Einwanderung ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft gerückt seien. «Wir hoffen, dass so schnell wie möglich Zweifel aus dem Weg geschafft werden, um dieses Tröpfeln von Anschuldigungen zu beenden, das das Klima in einer immer finstereren Lage vergiftet», erklärte die Organisation.

(kaf/sda)

Erstellt: 06.08.2017, 12:18 Uhr

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