Italienische Antwort auf Tschäppäts Witze

Die italienische Zeitung «La Repubblica» wirft dem Berner Stapi vor, den Rassismus aus der Mottenkiste zu holen. Seine Witze haben nun juristische Folgen.

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Die derben Italienerwitze von Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) haben nicht nur in der Schweiz heftige Reaktionen ausgelöst, sondern auch in Italien. Am Wochenende hat unter anderem die auflagestärkste politische Tageszeitung «La Repubblica» ausführlich darüber berichtet. Den prominent aufgemachten Artikel zu Tschäppäts Auftritt als Komödiant in Das Zelt betitelte das linksliberale Blatt wie folgt: «Die Italiener? ‹faul und klein› die Schweiz holt den Rassismus aus der Mottenkiste.»

Tschäppät habe die sogenannten Tschinggen-Witze aus den Zeiten der Gastarbeiter hervorgeholt, hiess es. Der Autor verwies ausserdem auf die fremdenfeindlichen, gegen die italienischen Grenzgänger gerichteten Plakate, welche die Tessiner SVP und die Lega kürzlich im kantonalen Wahlkampf verwendet hatten.

Zu Wort kommen liess die «Repubblica» Tschäppäts Parteikollegen Corrado Pardini. Er sprach von einem «unverzeihlichen Ausrutscher» des Stadtpräsidenten, zumal das ausländerpolitische Klima von der Rechten schon genug aufgeheizt werde. Dass sich Tschäppät nicht entschuldigen wolle, zeige, dass er «entweder schlecht erzogen ist oder den politischen Kompass verloren hat», fügte der Berner Nationalrat mit italienischen Wurzeln bei.

Alexander Tschäppät reisst Witze über die angebliche Faulheit der Italiener. Damit stösst der Berner Stadtpräsident auf Verständnislosigkeit.

Der Basler Anwalt Alberto Di Bisceglia hat Strafanzeige gegen den Staptpräsidenten eingereicht. Dies berichtet die Zeitung «Nordwestschweiz». Tschäppät habe gegen die Strafnorm der Rassendiskriminierung verstossen. Bei den Sprüchen handle es sich «um öffentliche Herabsetzungen - Diskriminierung der Menschenwürde einer klar definierbaren ethnischen Personengruppe», wie es im Gesuch um Anklageerhebung heisst.

Erstellt: 30.12.2013, 07:37 Uhr

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