Konklave beginnt am Dienstag

Nach fünftägiger Beratung im Vatikan ist nun klar: Ab kommendem Dienstag beginnt die Wahl des neuen Papstes.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach intensiven Debatten über den Kurs der Kirche und geeignete Kandidaten für den Stuhl Petri haben die Kardinäle nun das Startsignal gegeben. Am Dienstag beginnt die Wahl des neuen Papstes.

Das entschieden die in Rom versammelten Kardinäle am Freitag, wie der Vatikan mitteilte. Die Purpurträger bestimmten den Konklave-Beginn nach einem fünftägigen Meinungsaustausch über die Lage der katholischen Weltkirche, ihre Krisen und die Herausforderungen der Zukunft.

An der Wahl nehmen 115 Kardinäle teil. Es dürfen nur diejenigen Kardinäle wählen, die jünger als 80 Jahre alt sind. Papst Benedikt XVI. war am 28. Februar wegen nachlassender Kräfte abgetreten.

Es braucht eine Zweidrittel-Mehrheit

Am Dienstagvormittag feiern die Kardinäle zunächst eine Messe im Petersdom, am Nachmittag beginnen sie das Konklave in der Sixtinischen Kapelle. Wie lange das Konklave dauern wird, hängt von der Zahl der erforderlichen Wahlgänge ab. Der Papst muss mit einer Zweidrittel-Mehrheit - 77 Stimmen - gewählt werden.

Dies kann Wochen, Tage oder Monate dauern. Vor dem Konklave hatten die Kardinäle allerdings deutlich gemacht, dass sie eine schnelle Entscheidung anstreben, damit das neue Oberhaupt zum höchsten Feiertag der katholischen Kirche, an Ostern, im Amt sein kann. Papst Benedikt war 2005 nach nur vier Wahlgängen gewählt, sein Vorgänger Johannes Paul II. nach acht Wahlgängen.

Nach der Entscheidung im Kardinalskollegium wollen die Kardinäle am (morgigen) Samstag zunächst zu einer weiteren Sitzung zusammenkommen und am Sonntag die Messe feiern. Mehr als 100 Kardinäle hatten sich während der Sitzungen im Laufe der Woche zu Wort gemeldet. Sie liessen sich bei der Vorbereitung der Wahl des nächsten Kirchenoberhauptes Zeit.

Am Freitag - dem Weltfrauentag - sprachen die Geistlichen unter anderem über die Rolle der Frau in der katholischen Kirche und den Dialog zwischen den verschiedenen Religionen, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi berichtete.

Ein Vertreter der alten oder der neuen Welt?

In den Medien gingen unterdessen die Spekulationen über den neuen Pontifex der katholischen Kirche weiter. Am Freitag wurden vor allem der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der brasilianische Kardinal Odilo Pedro Scherer als Favoriten genannt.

Zu den spannenden Fragen gehört, ob das nächste Oberhaupt der weltweit knapp 1,2 Milliarden Gläubigen wieder aus Europa kommt oder ein Kardinal aus Nordamerika oder aus der südlichen Hemisphäre auf den Stuhl Petri gewählt wird.

Der 85-jährige Benedikt war als erster Papst der Neuzeit zurückgetreten und hatte seinen Schritt mit schwindenden Kräften wegen seines hohen Alters begründet. Sein Nachfolger wird zunächst für einige Wochen im Gästehaus Santa Marta des Vatikans wohnen.

Dort gibt es eine Wohnung für besondere Gäste, die gegenwärtig noch verschlossen sei, erläuterte Lombardi. Die 115 Kardinäle, die an der Wahl teilnehmen, wohnen während der Papstwahl ebenfalls im Gästehaus. (mrs/AFP)

Erstellt: 08.03.2013, 17:39 Uhr

Artikel zum Thema

Schwarze Liste von Papst-Kandidaten

Missbrauchsopfer klagen öffentlich zwölf mögliche Papst-Nachfolger an. Sie werfen ihnen verharmlosende Äusserungen zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche vor. Mehr...

Papst will künftig ein Pilger sein

Historisches Finale eines Pontifikats: Der Papst flog mit dem Helikopter zur Sommerresidenz Castel Gandolfo. Im Vatikan hat die Zeit des leeren Stuhls begonnen. Mehr...

Die Twitter-Bilanz des Papstes

79 Tage lang war Benedikt XVI. bei Twitter registriert. Drei Dutzend Nachrichten setzte @Pontifex während dieser Zeit ab. Er rief Menschen zum Gebet auf, übte Kritik und rief auch mal lustige Reaktionen hervor. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Robo-Adviser gehen offline

Das Wohnzimmer staubsaugen zu lassen, ist etwas andere, als das Vermögen anzuvertrauen: Robo-Adviser in der Schweiz sind auf dem Rückzug. Die Gründe.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Weisse Pracht: Schneebedeckte Chalet-Dächer in Bellwald. (18. November 2019)
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...