London, Brüssel, Amsterdam – Terrorangst in Europa

Razzia in Belgien und Zwischenfälle an Flughäfen in den Niederlanden und Grossbritannien. Die Sicherheitsvorkehrungen in Europa werden erhöht.

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In mehreren europäischen Städten ist es am Samstag nach den verheerenden Attentaten von Paris mit fast 130 Toten zu Zwischenfällen gekommen. Ob diese aber in direktem Zusammenhang mit den Pariser Attacken vom Freitagabend standen, war jeweils unklar.

In Belgien startete die Polizei am Samstag einen Grosseinsatz. Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga durchsuchten schwer bewaffnete Polizisten mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Nach Angaben des Rundfunksenders RTBF wurden mehrere Personen festgenommen.

Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass der Einsatz in Verbindung mit den Anschlägen von Paris steht. Augenzeugen sollen dort allerdings am Freitagabend ein Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen beobachtet haben, das mit den Taten in Verbindung stehen könnte.

Londoner Flughafen geräumt

In London wurde nur Stunden nach den Pariser Terroranschlägen ein Terminal des Flughafens Gatwick aus Sicherheitsgründen geräumt. Passagiere sassen am Samstag stundenlang fest, erst am späten Nachmittag wurde das Nordterminal wieder geöffnet.

Am Vormittag war ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden. Sprengstoffexperten untersuchten diesen und führten eine kontrollierte Explosion durch, sagte Nick May von der Polizei in Sussex. «Die Beamten stellten persönliche Gegenstände und etwas, wahrscheinlich eine Feuerwaffe, sicher.» Die Funktionsfähigkeit der Waffe sei noch nicht geklärt.

Die Polizei nahm einen 41 Jahre alten Mann aus Frankreich fest. Der Mann werde gegenwärtig verhört, hiess es am Abend. Der Verdächtige hatte nicht eingecheckt oder die Pass- und Sicherheitskontrolle passiert. Aufgrund der Terroranschläge in Paris vom Freitagabend sei man bei solchen Vorfällen besonders aufmerksam, betonte die Polizei.

Fehlalarm in Amsterdam

Wegen einer anonymen Drohung wurde schliesslich auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol am Samstag ein Passagierflugzeug der Air France kurz vor dem Start nach Paris gestoppt. Bei einer Durchsuchung des Airbus sei jedoch nichts Gefährliches entdeckt worden, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Das Flugzeug wurde evakuiert, die Passagiere konnten später wieder an Bord gehen. Vorsorglich wurde auch das Panoramadeck des Airports vorübergehend geschlossen. Die Drohung war laut Angaben des niederländischen Grenzschutzes über Twitter eingegangen.

«Das haben wir so ernst genommen, dass wir sicherheitshalber alle Passagiere von Bord geholt haben», sagte ein Behördensprecher. Laut ANP wurde in dem Tweet auch gewarnt, dass nach den Anschlägen in Paris die Flughäfen von Amsterdam und Brüssel Angriffsziele sein könnten. (dia/sda)

Erstellt: 14.11.2015, 19:35 Uhr

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