Mafia-Villen in Rom werden dem Erdboden gleichgemacht

In einem Vorort hat die Polizei mit dem Abriss von illegal errichteten Villen eines mutmasslichen Mafia-Clans begonnen.

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Die Zerstörung der ersten beiden von insgesamt acht Luxus-Gebäuden der Casamonica-Familie im Quadraro-Viertel habe am Mittwoch begonnen, sagte Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi. «Alle acht Villen werden abgerissen. Wir werden nicht aufhören, bevor wir dieses Land den Bürgern Roms zurückgegeben haben.»

Polizei holt Bewohner aus den Häusern

Die etwa 30 Bewohner waren am Dienstag im Morgengrauen von mehr als 600 Polizisten aus den Villen geholt worden. Am Mittwoch entfernten Polizisten auch die Einrichtung aus den mit vergoldeten Tierstatuen, Kronleuchtern und Fresken ausgeschmückten Anlagen. Ein Anwalt der Casamonica-Familie kündigte an, gerichtlich gegen die Zerstörung vorgehen zu wollen.

Einige Bewohner waren zum Beginn der Abrissarbeiten vor ihre bisherigen Wohnstätten zurückgekehrt. Manche sassen auf dem Boden, den Kopf in den Händen vergraben. Mütter brachten ihre Kinder mit und forderten, ein letztes Mal in die Villen gehen zu dürfen. Andere Angehörige des Sinti-Clans warfen Polizei und Regierung eine Verfolgung vor, wie sie die Juden während der faschistischen Diktatur von Benito Mussolini erlitten hatten.

Zuspruch von Salvini

Zuspruch für den Abriss kam dagegen von Italiens Vize-Regierungschef Matteo Salvini. «Ich werde nicht aufhören, bis wir jede einzelne Villa zerstört haben, die diesen verdammten Leuten gehört», sagte der Politiker von der rechtsextremen Lega-Partei. Salvini hatte bereits mehrfach ein scharfes Vorgehen gegen Sinti und Roma angekündigt, unter anderem eine Zählung der Angehörigen der Minderheiten.

Der Casamonica-Clan wird des Betrugs, der Erpressung und des Drogenhandels verdächtigt. In der Vergangenheit soll er Politiker der Stadt Rom in grossem Umfang bestochen haben. Für Aufsehen sorgte auch die mit grossem Prunk und in aller Öffentlichkeit erfolgte Beisetzung des verstorbenen Clan-Chefs Vittorio Casamonica. (nag/AFP)

Erstellt: 21.11.2018, 17:33 Uhr

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