Menschenrechtsgericht genehmigt passive Sterbehilfe

Ärzte dürfen die künstliche Ernährung eines Wachkoma-Patienten in Frankreich einstellen. Die Richter in Strassburg sprechen so das letzte Wort im Streit mit seinen Eltern.

Wegweisendes Urteil: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg (Archivbild Keystone)

Wegweisendes Urteil: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg (Archivbild Keystone)

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Im seit Jahren andauernden Rechtsstreit um passive Sterbehilfe für einen querschnittsgelähmten Franzosen hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte einem Ende der künstlichen Ernährung zugestimmt.

Die Strassburger Richter lehnten die Beschwerde der Eltern und zweier Geschwister gegen das Ende der künstlichen Ernährung von Vincent Lambert ab. Der 38-Jährige liegt seit einem Verkehrsunfall im September 2008 im Wachkoma.

Grundrecht auf Leben

Die Kläger hatten geltend gemacht, dass ein Abschalten der lebenserhaltenden Geräte ein Verstoss gegen das Grundrecht auf Leben wäre. Dies verneinte der Strassburger Gerichtshof nun. Das Urteil wurde von der Grossen Kammer aus 17 Richtern gefällt, dagegen ist kein Einspruch möglich. Das Urteil erging mit zwölf Stimmen, fünf der Richter hatten eine abweichende Meinung.

Lamberts Ärzte hatten im vergangenen Jahr in Übereinstimmung mit seiner Frau und fünf anderen Geschwistern beschlossen, die künstliche Ernährung einzustellen, um den Schwerstbehinderten sterben zu lassen.

Diese Entscheidung wurde im Juni 2014 vom französischen Conseil d'Etat, dem höchsten Verwaltungsgericht des Landes, gebilligt. Die Eltern reichten daraufhin Klage beim Strassburger Gerichtshof ein. Dieser forderte Frankreich in einer ersten Entscheidung auf, den Patienten bis zur nun erfolgten Verkündung des endgültigen Urteils am Leben zu halten. (AFP)

Erstellt: 05.06.2015, 11:19 Uhr

Update folgt...

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