Messerattacke bei la Défense: Täter festgenommen

Am Samstag wurde in Paris ein Soldat von einem Mann mit einem Messer attackiert. Nun konnte die Polizei den Täter festnehmen. Es handelt sich um einen zum Islam konvertierten jungen Mann.

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Vier Tage nach der Messerattacke auf einen französischen Soldaten in Paris ist der mutmassliche Täter - ein zum Islam konvertierter junger Mann - gefasst worden. Der Mann habe die Tat nach seiner Festnahme am Morgen gestanden, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins. Er habe wahrscheinlich aus «seiner religiösen Ideologie» heraus gehandelt und «offenkundig» töten wollen. Festgenommen wurde Alexandre D., der am Donnerstag 22 Jahre alt wird, in La Verrière westlich von Paris bei einer Freundin. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Festgenommene bislang zwar wegen kleinerer Delikte wie Diebstahl aufgefallen, dem französischen Geheimdienst aber nicht bekannt.

Sein Ausweis sei einmal kontrolliert worden, als er 2009 auf offener Strasse gebetet habe. Von diesem Gebet abgesehen habe nichts darauf schliessen lassen, dass der Mann gefährlich sein könnte, betonte der Chef der Pariser Kriminalpolizei, Christian Flaesch. Auch stamme er aus einer «durchaus respektablen Familie».

Geschnappt dank Überwachungskamera

Ein französischer Soldat war am Samstag bei einer Militärpatrouille im Pariser Geschäftsviertel La Défense von hinten attackiert und mit einem Messer am Nacken verletzt worden. Der 23-jährige Soldat konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Drei Tage vor dem Angriff in Paris war in London ein britischer Soldat auf offener Strasse von mutmasslichen Islamisten brutal ermordet worden.

Gefasst wurde Alexandre D. vor allem dank zahlreicher Aufnahmen von Überwachungskameras. Demnach kaufte er am Samstagnachmittag zunächst in einem Einkaufszentrum nahe des Tatorts zwei Messer. Um 17.46 Uhr wurde er von Überwachungskameras gefilmt, als er nach islamischem Ritus betete. Acht Minuten später ging er mit einem Messer auf den jungen Soldaten los.

Der Angreifer habe «sehr entschlossen» gehandelt und mehrfach zugestochen, sagte Staatsanwalt Molins. Am Tatort fand die Polizei eine vom Täter zurückgelassene Tasche mit einem Messer und einer Flasche. Der Verdächtige konnte unter anderem anhand von DNA-Spuren identifiziert werden.

Erinnerung an Toulouse wird wach

In Ermittlerkreisen hiess es, der junge Mann habe sich seit einigen Jahren zu einem «traditionalistischen oder gar radikalen Islam» bekannt. Als Anhänger des Jihad war er demnach aber bisher nicht bekannt. Innenminister Manuel Valls sagte, die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft müsse mehr über «Werdegang, Umfeld und Motive dieses jungen Mannes» aufdecken.

Der Angriff auf den Soldaten hatte in Frankreich Erinnerungen an die Attentatsserie des Islamisten Mohamed Merah geweckt. Dieser hatte im März vergangenen Jahres im Grossraum Toulouse bei drei Attentaten drei Soldaten sowie drei Schüler und einen Lehrer einer jüdischen Schule erschossen. Nach 32-stündiger Belagerung seiner Wohnung wurde Merah am 22. März 2012 von Polizisten erschossen.

Innenminister Valls warnte am Mittwoch im Sender i-Télé, es gebe in Frankreich «dutzende oder sogar hunderte potentielle Merahs». Er verwies auf kriminelle junge Menschen, die dann über das Internet oder über Kontakt zu radikalen Imamen radikalisiert würden. (kle/AFP)

Erstellt: 29.05.2013, 07:53 Uhr

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