Nato sichert Aussengrenze zu Russland ab

In Litauen, Lettland, Estland, Polen und Rumänien sind fünf Kommandozentralen geplant. Dort will die Nato je 120 Soldaten stationieren.

Zentren sollen «mulitnationale Bataillons» überwachen: Die Armeevertreter der Nato-Bündnispartner treffen sich in Litauen. (19. September 2014)

Zentren sollen «mulitnationale Bataillons» überwachen: Die Armeevertreter der Nato-Bündnispartner treffen sich in Litauen. (19. September 2014) Bild: AFP

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Die Nato will entlang ihrer Aussengrenze zu Russland bis zu fünf regionale Kommandozentralen errichten. Die vier bis fünf Zentren seien in Litauen, Lettland, Estland, Polen und Rumänien geplant, sagte ein litauischer Armeesprecher am Freitag in der Hauptstadt Vilnius.

Dort kamen ranghohe Armeevertreter der 28 Bündnisstaaten im Rahmen des Nato-Militärkomitees mit dem obersten Nato-General Philip Breedlove zusammen. Den Angaben zufolge sollen in jeder Zentrale 120 Soldaten stationiert werden, die jeweils die Verantwortung für ein «multinationales Bataillon» übernehmen sollen.

Nach Angaben des Sprechers werden noch am Wochenende die Truppenzusagen der Nato-Länder für die Osteuropazentralen erwartet. Die Zentrale in Litauen soll demnach noch dieses Jahr in Betrieb genommen werden. Litauens Präsidenten Dalia Grybauskaite bezeichnete die Ankündigung als Signal dafür, dass politische Beschlüsse auch zügig umgesetzt würden.

Die Nato-Staaten hatten bei ihrem Gipfel in Wales Anfang September den Aufbau einer neuen Eingreiftruppe sowie einen Aktionsplan für Osteuropa beschlossen, um die Präsenz des Militärbündnisses in der Region zu erhöhen.

Indes unterzeichneten in Warschau die Verteidigungsminister Polens, Litauens und der Ukraine eine Übereinkunft zur Bildung einer gemeinsamen Militärbrigade. «Das zeigt unsere tiefe Entschlossenheit zur Erhöhung unserer Sicherheit und Verteidigungskapazitäten in unserer Region», sagte der polnische Präsident Bronislaw Komorowski bei der Vertragsunterzeichnung.

Die Brigade mit dem Namen Lipolukrbrig soll ihr Hauptquartier im polnischen Lublin haben. Die mehreren tausend Soldaten bleiben aber in ihren jeweiligen Heimatländern stationiert und sollen nur zu gemeinsamen Übungen sowie für Friedensmissionen zusammenkommen. (chk/sda)

Erstellt: 20.09.2014, 05:03 Uhr

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