Nato-Staaten liefern Ukraine angeblich Waffen

Propaganda oder Realität? Der ukrainische Verteidigungsminister sagt, dass «viele» Staaten sein Land mit Waffen versorgen. Trotz Waffenstillstand gehen die Kämpfe weiter.

Trotz des Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Zwischenfällen: Ukrainische Einheiten im Einsatz in der Region Donezk. (12. September 2014)

Trotz des Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Zwischenfällen: Ukrainische Einheiten im Einsatz in der Region Donezk. (12. September 2014) Bild: Keystone

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«Der Prozess der Übergabe läuft», sagte der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej am Sonntag dem Fernsehsender 5. Kanal, der dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gehört. «Wir brauchen Waffen.» Zur Art der Waffen und zu den Herkunftsländern machte der Minister keine Angaben.

Der ukrainische Aussenminister Pawel Klimkin bestätigte am Wochenende im Fernsehen Verhandlungen über Waffenlieferungen. «Und ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass es um mehr als fünf Länder geht. Es handelt sich um viele», sagte Klimkin dem Kiewer Kanal Perwy Nationalny. «Einige Länder geben das eine, einige wiederum das andere. Es ist eine ganze Palette», sagte er.

Staatschef Poroschenko hatte bereits nach seinem Besuch des NATO-Gipfels in Wales vor mehr als einer Woche überraschend von geplanten Waffenlieferungen berichtet. Präsidentenberater Juri Luzenko nannte die Länder Polen, Frankreich, Norwegen, Italien und die USA. Diese dementierten aber die Pläne.

Die Kämpfe dauern an

Im Konfliktgebiet dauerte auch am Sonntag eine am 5. September verkündete zweiseitige Waffenruhe zumindest offiziell an. Allerdings kam es nach Darstellung des ukrainischen Sicherheitsrates erneut zu Kämpfen am Flughafen von Donezk.

Rauch über dem Flughafen: Lokale Medien berichten von Kämpfen in der Nähe der Stadt Donezk. (Quelle: Luzenko/Stroyful)

Insgesamt sei es in mehreren Orten im Südosten der Ukraine zu Schusswechseln gekommen. «Die Attacken des Feindes wurden abgewehrt. Unter den ukrainischen Soldaten gab es keine Verluste», sagte Sicherheitsratssprecher Wladimir Polewoj.

Regierungstruppen und Separatisten geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Aufflammen von Gefechten. Militärvertreter sprachen in Kiew davon, dass sich die Regierungstruppen neu aufgestellt und die Verteidigungslinien gestärkt hätten.

Nach zähen Verhandlungen tauschten das ukrainische Militär und die prorussischen Separatisten am Sonntag dennoch je 73 Gefangene aus. Die Übergabe habe etwa 60 Kilometer südlich der Grossstadt Donezk stattgefunden, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf die Aufständischen.

Poroschenko will Drohnen einsetzen

Präsident Poroschenko teilte mit, dass er zur Kontrolle der Feuerpause Drohnen einsetzen wolle. Darauf habe er sich mit dem Vorsitzenden der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Didier Burkhalter, geeinigt. Burkhalter sagte einer Mitteilung des Präsidentenamtes in Kiew zufolge, die OSZE werde die unbemannten Fluggeräte bald einsetzen.

Die prowestliche ukrainische Führung will eine Abspaltung der traditionell russisch geprägten Ostukraine verhindern. Die umstrittene «Anti-Terror-Operation» der Regierung hatte im April begonnen. Tausende Menschen wurden bisher getötet und verletzt. Hunderttausende sind auf der Flucht. (ldc/sda)

Erstellt: 14.09.2014, 22:12 Uhr

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