Nun zieht es gar Katalonien unter den Rettungsschirm

Die spanische Wirtschaft zieht es immer tiefer in den Abwärtsstrudel: Sogar die verhältnismässig reiche Region Katalonien stellt nun einen milliardenschweren Hilfsantrag an die Regierung.

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Die hochverschuldete nordostspanische Region Katalonien will die Regierung in Madrid um Finanzhilfen in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro bitten. Es solle ein Antrag auf Unterstützung aus einem von der spanischen Regierung dafür eingerichteten Fonds beantragt werden, sagte heute ein Sprecher der katalanischen Regionalregierung.

Katalonien gilt trotz seiner Schulden unter den spanischen Regionen als reich, konnte aber im Juli Zahlungen für den Sozialsektor nicht leisten. Laut Medienberichten fehlten 400 Millionen Euro etwa für Krankenhäuser und Altersheime.

Valencia musste als erste Region unterstützt werden

Die spanische Regierung unterhält zur Unterstützung der Regionen des Landes einen Fonds im Umfang von 18 Milliarden Euro. Im Juli erklärte Valencia als erste spanische Region, Finanzhilfen aus Madrid zu benötigen. Damals nährte auch eine Äusserung des katalanischen Finanzministers Andreu Mas-Colell zu einem möglichen Hilfsantrag in Madrid Sorgen um eine Verschärfung der Finanzkrise in Spanien. Eine Sprecherin der Regierung Kataloniens sagte danach jedoch, es sei noch nicht über einen Antrag entschieden worden.

Spanien befindet sich seit dem Platzen einer Immobilienblase im Jahr 2008 in einer Abwärtsspirale. Madrid hat beim Euro-Rettungsfonds Milliarden-Hilfen zur Sanierung seiner Banken beantragt. Einen Hilfsantrag für das Land an sich will die spanische Regierung vermeiden.

Spanien kommt zu Milliardeneinnahmen

Es gibt aber auch Positives zu vermelden: Spanien und Italien haben sich heute erneut ein Stück Vertrauen der Investoren zurückerobert und Anleihen mit niedrigeren Zinsen verkauft. Mit der Ausgabe kurzfristiger Staatsanleihen nahm Madrid fast vier Milliarden Euro ein, während Rom Papiere mit langjähriger Laufzeit für 3,75 Milliarden Euro veräusserte.

Der Risikoaufschlag für die spanischen Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit fiel von 2,43 Prozent im Juli auf 0,95 Prozent. Hier nahm Madrid 1,67 Milliarden Euro ein. Bei den Papieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten sank die Rendite von 3,69 Prozent auf 2,03 Prozent. Hier konnte das Finanzministerium Einnahmen von 1,93 Milliarden Euro ausweisen. Die Nachfrage nach beiden Schatzwechseln war gross.

In Italien fiel die Rendite für Anleihen mit fünfjähriger Laufzeit von zuletzt 5,2 Prozent auf nun 3,69 Prozent. Für Papiere mit zehnjähriger Laufzeit sank die Rendite von 5,96 Prozent auf 4,39 Prozent. (mrs/AFP)

Erstellt: 28.08.2012, 15:41 Uhr

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