OSZE wirft Erdogan unfairen Wahlkampf vor

Der türkische Regierungschef hat bei der Präsidentschaftswahl von seiner Position und von parteiischer Berichterstattung profitiert. Zu diesem Schluss kommen die Wahlbeobachter der OSZE.

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Nach dem Sieg von Recep Tayyip Erdogan bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Verlauf des Wahlkampfs kritisiert.

Dass der langjährige Regierungschef «seine offizielle Position nutzte und von parteiischer Medienberichterstattung» profitierte, habe ihm «einen klaren Vorteil vor den anderen Kandidaten verschafft», monierte die OSZE-Wahlbeobachtungsmission. Die Voraussetzungen seien nicht für alle Bewerber gleich gewesen und die «Wünsche des Volks nach Demokratie» nicht vollständig erfüllt worden.

Bescheidene Mittel für Erdogans Gegner

Erdogan hatte die erste Direktwahl eines türkischen Präsidenten am Sonntag im ersten Durchgang gewonnen. Auf ihn entfielen knapp 52 Prozent der abgegebenen Stimmen, sein stärkster Widersacher, Ekmeleddin Ihsanoglu, kam auf gut 38 Prozent.

Schon bei seiner Stimmabgabe hatte Ihsanoglu einen «unfairen Wahlkampf» beklagt. Gründe für diesen Vorwurf lieferte er nicht, doch ist bekannt, dass Erdogan viel Geld in seine Kampagne investieren konnte.

Im Fernsehen galt dem starken Mann der Türkei die meiste Aufmerksamkeit, sein Gesicht prangte auf riesigen Plakaten an nahezu jeder Strassenecke etwa in Istanbul. Ihsanoglus Wahlkampfteam musste mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln auskommen. (kpn/sda)

Erstellt: 11.08.2014, 13:55 Uhr

USA kritisch gegenüber Erdogan

Die USA reagieren zurückhaltend auf den Sieg des türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan bei der Präsidentenwahl. Zwar hat Aussenamtssprecherin Marie Harf Erdogan gratuliert. Washington werde weiterhin mit ihm zusammenarbeiten. Zugleich äusserte sie sich aber kritisch zur Wahl. Erdogans Amt als Ministerpräsident sowie die Berichterstattung der Medien «haben ihm einen entscheidenden Vorteil vor den anderen Kandidaten gegeben», sagte sie am Montag. Die Sprecherin weigerte sich, auf Fragen von Journalisten nach der Einschätzung der politischen Lage zu antworten. (sda)

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