ÖVP setzt sich im Tirol gegen gleich vier Splittergruppen durch

Die konservative Regierungspartei im österreichischen Bundesland Tirol hat die Wahlen mit einem kleinen Minus wieder gewonnen. Nun dürfen die Grünen auf Einzug in die Regierung hoffen.

Kann sich knapp behaupten: Landeshauptmann Günther Platter.

Kann sich knapp behaupten: Landeshauptmann Günther Platter. Bild: Reuters

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Die konservative Volkspartei ÖVP bleibt in Tirol stärkste Kraft. Die Partei von Landeshauptmann Günther Platter (58), die seit 1945 ununterbrochen in dem österreichischen Bundesland regiert, fuhr bei der Wahl zwar das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein. Die Verluste waren aber geringer als erwartet.

Nach dem vorläufigen Endergebnis kam die ÖVP auf 39,6 Prozent der Stimmen. Auch ihr bisheriger Koalitionspartner, die sozialdemokratische SPÖ, unterbot den historischen Tiefstand der letzten Wahl nochmals.

Kleines Minus

Mit einem Minus von knapp 1,6 Punkten kam sie nur noch auf 13,8 Prozent. Rein rechnerisch würde das allerdings für eine Fortsetzung der grossen Koalition ausreichen, ohne einen weiteren Partner ins Boot holen zu müssen.

Aber auch die Grünen, die mit 12,1 Prozent drittstärkste Kraft wurden, können auf den Einzug in die Regierung hoffen. Der frühere Innen- und Verteidigungsminister Platter will nach der Wahl mit allen Parteien Gespräche führen. Bereits Ende der Woche solle die neue Regierung stehen, sagte Platter nach der Wahl dem ORF.

ÖVP kann Koalitionspartner wählen

Die Bildung der Regionalregierung in Innsbruck dürfte Platter keine grossen Probleme bereiten. Die ÖVP verfügt bereits über 16 von 36 Sitzen. Sie kann sich einen Koalitionspartner auswählen.

Als wahrscheinlich kann ein Zusammengehen mit der SPÖ oder den Grünen angesehen werden. Die Liste Vorwärts Tirol, im wesentlichen eine Abspaltung von der ÖVP, hat vor der Wahl versichert, sie wolle nicht mit Platters Partei koalieren.

Die schärfste Konkurrenz für Platter kam bei der Wahl aus dem eigenen bürgerlichen Lager: Gleich vier Splittergruppen, die sich von der ÖVP abgespalten haben, kämpften um die Stimmen der knapp 530'000 wahlberechtigten Tiroler.

Mit der Liste «Vorwärts Tirol» erreichte die ehemalige ÖVP-Funktionärin Anna Hosp (46) aus dem Stand 9,3 Prozent. Die rechte FPÖ blieb hingegen hinter ihren Erwartungen zurück und erreichte nur 9,6 Prozent.

Schlappe für Milliardär

Der 80-jährige Milliardär Frank Stronach musste eine Schlappe mit seiner neu gegründeten Liste einstecken. Nach öffentlich ausgetragenen internen Querelen kam der Gründer des Autoteilezulieferers Magna nur auf 3,4 Prozent. Damit verfehlte der politische Newcomer den Einzug in den Innsbrucker Landtag klar.

Insgesamt kämpften elf Parteien um den Einzug in den Landtag. Die Wahlbeteiligung war mit 56 Prozent – ohne Einberechnung der Wahlkarten – sehr gering. Die letzten Briefwahlstimmen werden am Dienstag ausgezählt und könnten das Ergebnis noch geringfügig verändern. (mw/sda)

Erstellt: 28.04.2013, 22:06 Uhr

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