Opposition zündet Rauchbombe im albanischen Parlament

Um die Ernennung der Generalstaatsanwältin zu verhindern, griffen Parlamentarier in Tirana zu drastischen Mitteln.

Hitzige Stimmung: Bevor die Rauchbomben gezündet wurden, kam es zu Handgreiflichkeiten. (Video: Tamedia/AP)

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Aus Protest gegen die Ernennung einer temporären Generalstaatsanwältin sind am Montag in Albanien Tausende Anhänger der Opposition vor das Parlament gezogen. Die Demonstranten schwenkten Flaggen der EU und der USA und skandierten regierungskritische Slogans. Polizisten verhinderten, dass sie ins Parlamentsgebäude gelangten.

Die Demonstranten warfen vor dem Parlament Rauchbomben auf Polizeibeamte. Mehrere Menschen wurden laut Medienberichten verletzt. Die Proteste richteten sich gegen die Ernennung einer Generalstaatsanwältin für eine Übergangszeit, was die Opposition als verfassungswidrig bezeichnete.

Parlamentarier zünden Rauchbombe

Im Parlament zündeten Abgeordnete der Opposition ebenfalls Rauchbomben, konnten aber die Abstimmung nicht aufhalten. Arta Marku wurde mit 69 Stimmen der regierenden Sozialisten zur Generalstaatsanwältin gewählt. Zwei Abgeordnete stimmten gegen ihre Ernennung und zwei weitere enthielten sich. Die Opposition boykottierte die Abstimmung. Die Vereidigung Markus fand unter einer Rauchwolke statt.

Die Wahl eines Übergangsgeneralstaatsanwalts in Albanien wurde von der EU und den USA unterstützt, die bei der Ausarbeitung von Justizreformen halfen. Die Reformen sind Voraussetzung für EU-Beitrittsverhandlungen. Albanien ist seit 2009 Mitglied der Nato. Das Land erhielt 2014 den Status eines EU-Beitrittskandidaten und hofft, die Beitrittsverhandlungen im kommenden Jahr aufnehmen zu können. (mp/SDA)

Erstellt: 19.12.2017, 07:44 Uhr

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