Razzien gegen mutmassliche rechte Terrorzelle in Deutschland

An 13 Orten kam es zu Durchsuchungen bei Mitgliedern einer Gruppe, die bürgerkriegsähnliche Zustände im Land herbeiführen will.

Auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) kamen bei den Razzien zum Einsatz. Archivbild: Keystone

Auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) kamen bei den Razzien zum Einsatz. Archivbild: Keystone

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Nach Razzien gegen eine mutmassliche rechte Terrorzelle in Deutschland hat der Generalbundesanwalt 12 der 13 Beschuldigten festnehmen lassen. Die aktuellen Ermittlungen hätten den Verdacht erhärtet, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Freitag mit.

Alle Festgenommenen sind Deutsche und Männer. Sie sollten noch am Freitag oder am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob alle Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen oder jemand möglicherweise wieder freigelassen werden muss.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass fünf mutmassliche Rechtsextremisten die Terrorgruppe gegründet und Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben. Diese Anschläge hätten bürgerkriegsähnliche Zustände auslösen sollen - mit dem Ziel, «die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu erschüttern und letztlich zu überwinden». Festgenommen wurden allerdings nur vier der mutmasslichen fünf Mitglieder.

Die Beschuldigten hätten sich in unterschiedlichen Besetzungen mehrfach persönlich getroffen, hiess es weiter. Einer von ihnen habe diese Treffen anberaumt und koordiniert. Ausserdem hätten sich die Männer in Chatgruppen und am Telefon ausgetauscht. Die acht anderen Festgenommenen werden verdächtigt, die Terrorgruppe unterstützt zu haben. Sie hätten zugesagt, mit Geld zu helfen, Waffen zu beschaffen und an künftigen Anschlägen mitzuwirken, hiess es.

Die Durchsuchungen hatten seit den Morgenstunden an insgesamt 13 Orten in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt stattgefunden. (sep/sda)

Erstellt: 14.02.2020, 10:06 Uhr

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