Richard von Weizsäcker gestorben

Der ehemalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist heute im Alter von 94 Jahren gestorben. Einen Teil seiner Schulzeit hatte er in der Schweiz verbracht.

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Der frühere deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist heute im Alter von 94 Jahren gestorben. Das Bundespräsidialamt bestätigte in Berlin eine entsprechende Information der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der CDU-Politiker war von 1984 bis 1994 westdeutsches und dann auch gesamtdeutsches Staatsoberhaupt.

Zuvor war der in Stuttgart geborene Weizsäcker von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin. Nach seinem Amtsantritt 1984 hatte er versprochen, «Präsident aller Bürger» sein zu wollen.

In Bern Gymnasium besucht

Weizsäcker hatte als Jugendlicher drei Jahre lang in Bern gelebt und dort das Gymnasium Kirchenfeld besucht, während sein Vater Ernst von Weizsäcker deutscher Gesandter war. Als Bundespräsident war Richard von Weizsäcker im Mai 1987 zu einem Staatsbesuch in der Schweiz.

Als ein wichtiger Markstein seiner Amtszeit gilt die Rede vom 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, in der er sich ohne Beschönigung mit den deutschen Verbrechen der Nazi-Zeit auseinandersetzte. Er bezeichnete den Tag des Kriegsendes und den Zusammenbruch des Nazi-Regimes als «Tag der Befreiung». Seine letzte Rede als Staatsoberhaupt nutzte Weizsäcker 1994, um Ausländerhass und Rechtsextremismus zu verurteilen.

Von Weizsäckers Rede von 1985 ist legendär: Teil 1 der Rede. Die anderen Teile finden Sie auf Youtube. (Quelle: イーキャリー / Youtube)

Gauck würdigt seinen Vorgänger

Der amtierende Bundespräsident Joachim Gauck würdigte seinen Vorgänger als ein «herausragendes Staatsoberhaupt». «Die Nachricht erfüllt mich mit tiefer Trauer. Wir verlieren einen grossartigen Menschen und ein herausragendes Staatsoberhaupt», schrieb Gauck in einem Kondolenzschreiben an die Witwe Marianne Freifrau von Weizsäcker.

«Aus der Erfahrung von Krieg und Gewaltherrschaft folgte sein Engagement für ein friedliches und vereintes Europa», sagte Gauck. Schon habe er in der Überwindung der Spaltung Europas die einzige Möglichkeit zur Überwindung der Spaltung Deutschlands gesehen. Von Weizsäcker habe weltweit für ein Deutschland gestanden, das seinen Weg in die Mitte der demokratischen Völkerfamilie gefunden hatte. «Er stand für eine Bundesrepublik, die sich ihrer Vergangenheit stellt», sagte Gauck. (rub/sda)

Erstellt: 31.01.2015, 11:43 Uhr

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