Russische Soldaten sollen vor Einsatz geflüchtet sein

Aus Furcht vor dem bewaffneten Konflikt in der Ostukraine haben angeblich dutzende Soldaten das Militärgelände in Rostow verlassen.

Russische Gefangene in der Ostukraine: Nicht alle wollen in den Krieg involviert werden. (Archiv)

Russische Gefangene in der Ostukraine: Nicht alle wollen in den Krieg involviert werden. (Archiv) Bild: Wladimir Gonta/Keystone

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Gemäss einem Medienbericht und einer Anwältin zufolge sollen russische Armeeangehörige aus ihrem Basislager im Süden des Landes geflohen sein. Wie das Portal Gazeta.ru am Samstag berichtete, verliessen die Soldaten, die sich freiwillig zur Armee gemeldet hätten und nicht wehrpflichtig seien, ohne Erlaubnis das Gelände in der Region Rostow. Dort seien sie zuvor unter Druck gesetzt worden, als «Freiwillige» in der Ukraine zu kämpfen. Vielen der Flüchtigen drohten nun juristische Konsequenzen.

Der Westen und die ukrainische Regierung werfen Russland vor, die prorussischen Rebellen im Osten der Ukraine mit Waffen und Soldaten zu unterstützen. Moskau bestreitet dies jedoch und beharrt darauf, dass sich lediglich «Freiwillige» aus Russland den Aufständischen anschlössen.

Informationen von Müttern

Gazeta.ru berichtete nun unter Berufung auf die Mütter zweier flüchtiger Soldaten aus dem Nordkaukasus, deren Söhne hätten sich aus Angst vor einer Entsendung in die Ostukraine abgesetzt. Eine der Mütter sagte demnach, ihrem Sohn drohten wegen Fahnenflucht bis zu zehn Jahre Haft.

Das Portal veröffentlichte auch eine handschriftliche Stellungnahme eines flüchtigen Soldaten an ein Militärtribunal. Darin hiess es: «Ich wollte den Eid, den ich geschworen habe, nicht verletzen und mich nicht an militärischen Operationen in der Ukraine beteiligen.»

Anwältin dementiert Angaben des Ministeriums

Der Radiosender Moskauer Echo berichtete unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium, gegen lediglich vier der in dem Gazeta.ru-Bericht genannten Soldaten seien Verfahren wegen «disziplinarischer Vergehen» eröffnet worden. Weitere Soldaten seien nicht betroffen.

Eine Anwältin, die fünf flüchtige Soldaten vertritt, widersprach dem jedoch. «Dutzenden» Soldaten drohten juristische Verfahren, sagte Tatjana Tschernezkaja der Nachrichtenagentur AFP. Es sei starker Druck auf sie ausgeübt worden, in die Ukraine zu gehen. Zudem seien ihnen umgerechnet gut 140 Euro pro Tag angeboten worden. (fal/afp)

Erstellt: 11.07.2015, 20:31 Uhr

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