Schlagabtausch zwischen Russland und den USA

Schwere Schuldzuweisungen im Ostukraine-Konflikt: Russland heize den Krieg an, sagte die UNO-Botschafterin der USA. Moskaus Vertreter kritisiert «antirussische» Stimmungsmache.

Angespanntes Verhältnis: US-Präsident Barack Obama (l.) trifft in einem Gang im Kongresszentrum der burmesischen Hauptstadt Naypyitaw auf den russischen Premierminister Dimitri Medwedew. (13. November 2014)

Angespanntes Verhältnis: US-Präsident Barack Obama (l.) trifft in einem Gang im Kongresszentrum der burmesischen Hauptstadt Naypyitaw auf den russischen Premierminister Dimitri Medwedew. (13. November 2014) Bild: RIA Novosti, Dmitry Astakhov/Keystone

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Die UNO hat sich besorgt angesichts der Gewalt in der Ostukraine gezeigt und fürchtet einen kompletten Rückfall in einen bewaffneten Militärkonflikt. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die Anfang September vereinbarte Waffenruhe «unaufhörlich gefährdet» sei, sagte UNO-Vizegeneralsekretär Jens Anders Toyberg-Frandzen bei einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats.

Er warnte vor einer Rückkehr zu «ausgewachsenen» Kämpfen. Als zweites Szenario benannte Toyberg-Frandzen einen «eingefrorenen Konflikt», der den Status quo in der Krisenregion in der Ostukraine auf Jahre oder gar Jahrzehnte zementiere. Für ebenfalls denkbar hält er drittens die Variante eines über Monate hinweg schwelenden Konflikts «mit sporadischen Kämpfen geringerer Intensität», die sich mit heftigeren Gefechten abwechseln.

8000 russische Soldaten

Das Treffen des Sicherheitsrats hatten die USA anberaumt, nachdem die Nato am Mittwoch über das Vordringen weiterer «russischer Kampftruppen» in die Ukraine binnen der vergangenen zwei Tage berichtet hatte. Ein ranghoher Vertreter der ukrainischen Sicherheitskräfte sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handle sich um tausende Soldaten. «Unseren Schätzungen zufolge sind 8000 russische Soldaten, vielleicht sogar mehr, auf unserem Staatsgebiet», sagte er.

Russland wies dies zurück: Die Berichte über die Truppenverlegungen entbehrten jeder Grundlage, erklärte das Verteidigungsministerium. Minister Sergej Schoigu warf der Nato eine «antirussische» Stimmungsmache vor.

Gegenseitige Anschuldigungen

Danach befragt, was er von dem Treffen des Sicherheitsrats erwarte, sagte Russlands stellvertretender UN-Botschafter Alexander Pankin indes in New York: «Nichts.» Dem Gremium warf er anschliessend «Propaganda» vor. Es war das 26. Treffen des UN-Sicherheitsrats zur Ukraine-Krise.

Die UN-Botschafterin der USA, Samantha Power, warf Russland vor, «vom Frieden zu reden» und gleichzeitig «einen Krieg anzuheizen». Die US-Aussenamtssprecherin Jen Psaki erklärte die Bereitschaft der USA, bestehende Sanktionen gegen Russland auszuweiten. Moskau wird insbesondere vorgeworfen, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine mit Waffen und Kämpfern zu versorgen. Trotz der Anfang September beschlossenen Waffenruhe gibt es in dem Gebiet immer wieder heftige Kämpfe mit Regierungstruppen.

In Donezk waren am späten Mittwoch mehrere Explosionen und am Donnerstag Schusswechsel zu hören, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Armee gab an, binnen 24 Stunden seien vier Soldaten getötet und 18 weitere verletzt worden. Die Rebellen sprachen von drei Verletzten in Donezk. (rar/AFP)

Erstellt: 13.11.2014, 08:08 Uhr

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