Schweden gab absichtlich falsche Position des U-Boots bekannt

Das schwedische Militär wollte dem Gegner keine Vorteile verschaffen, erklärte ein Sprecher. Derweil werden Nachbarstaaten nervös.

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Das schwedische Militär hat wissentlich falsche Informationen über die Position gegeben, an der ein U-Boot gesichtet worden sein soll. Die Streitkräfte räumten ein, dass das Foto, das sie am Sonntag dazu veröffentlicht hatten, an einem anderen Ort in den Schären aufgenommen wurde.

Man habe die genaue Position nicht freigeben wollen, um dem Gegner keine Vorteile in die Hand zu geben, hiess es zur Erklärung auf der Webseite des Militärs.

TV konfrontierte Militärsprecher

In einer Pressekonferenz am Sonntag hatte der stellvertretende Leiter der operativen Streitkräfte, Anders Grenstad, eine Karte präsentiert, auf der drei Stellen markiert waren, an denen Augenzeugen auffällige Beobachtungen im Wasser gemacht hatten. Ein wichtiger Beweis war dabei ein Foto, das angeblich von einem Augenzeugen in der Nähe des Jungfrufjärden gemacht worden war.

Das schwedische Fernsehen SVT versuchte am Montag, die Stelle zu finden und stellte fest, dass die Aufnahme an einem anderen Ort entstanden war. Als die Journalisten den Militärsprecher damit konfrontierten, gab er die Falschinformation zu.

Baltische Staaten nervös

Die Suche nach dem U-Boot machte in Lettland, Estland und Litauen Schlagzeilen. Alle drei Ex-Sowjetstaaten sind durch die russische Intervention in der Ukraine ohnehin in Sorge.

Estland verstärkte die Überwachung seiner Hoheitsgewässer, Lettland sieht die Sicherheitsarchitektur der Region bedroht, Litauen fürchtet um den sicheren Transport eines Erdgas-Terminals über die Ostsee. Russland warf Schweden eine Überreaktion vor. Schweden setzte die Suche unvermindert fort: Kriegsschiffe, Hubschrauber und Bodentruppen durchkämmten den vierten Tag in Folge die Stockholmer Schärenküste nach Hinweisen auf ein ausländisches U-Boot oder ein kleineres Unterwassergefährt, das illegal in die schwedischen Hoheitsgewässer eingedrungen sein könnte. Mehr als 200 Soldaten waren nach Angaben des Militärs an der Aktion beteiligt.

Schweden hat bislang nicht gesagt, welche Nation sie verdächtigt, hinter dem Vorfall zu stecken. Moskau hat jedwede Beteiligung bereits zurückgewiesen. (rar/sda)

Erstellt: 20.10.2014, 22:51 Uhr

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