Separatisten in der Ostukraine schlagen und foltern

Laut Amnesty International kommt es im Osten der Ukraine zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch die prorussischen Separatisten. Aber auch Regierungssoldaten gehen zu weit.

Aktivisten und Geiseln werden auf «erschütternde» Weise behandelt: Beerdigung eines Folteropfers. (Archivbild)

Aktivisten und Geiseln werden auf «erschütternde» Weise behandelt: Beerdigung eines Folteropfers. (Archivbild) Bild: Reuters

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Sowohl die bewaffneten Separatisten in der Ostukraine als auch manche Regierungssoldaten haben sich laut Amnesty International «gravierende Menschenrechtsverletzungen» zu Schulde kommen lassen. In die Hände der beiden Konfliktparteien geratene Aktivisten, Demonstranten und Geiseln seien nach eigenen Schilderungen auf «erschütternde» Weise behandelt worden, heisst es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Organisation.

Vor allem die Separatisten nahmen demnach zahlreiche Geiseln, die «oft brutal geschlagen und gefoltert» wurden. Allerdings seien auch aufseiten der regierungstreuen Kräfte Menschenrechtsverletzungen dokumentiert.

Ein Amnesty-Team habe in den vergangenen Wochen Foltervorwürfe gegen beide Seiten geprüft und mit verschiedenen Menschenrechtsgruppen vor Ort zusammengearbeitet, hiess es. Obwohl keine genauen Zahlen vorliegen, sei von hunderten Entführungen in der Ostukraine auszugehen. Opfer seien oftmals Zivilisten.

Die Gewalt der bewaffneten Separatisten treffe dabei nicht nur politische Gegner, sondern diene auch dazu, «die Zivilbevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen und zu kontrollieren», heisst es im Bericht. Die Erpressung von Lösegeld sei ebenfalls ein Motiv.

Mancherorts – wie in der Schwarzmeerstadt Mariupol – seien zudem weit und breit keine Polizisten oder Soldaten zu sehen gewesen. Dadurch herrsche «ein Vakuum, was Sicherheit und Autorität angeht», erklärte Amnesty. «Die Angst vor Repressalien, Entführungen und Folter» sei bei den Menschen «allgegenwärtig». (chk/AFP)

Erstellt: 11.07.2014, 06:50 Uhr

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