Snowden-Dokumente in fremden Händen

Russland und China sollen sich Zugang zu den von Edward Snowden entwendeten Geheimdienstunterlagen verschafft haben. Grossbritannien reagierte umgehend.

Brachte unzählige Unterlagen an sich: Edward Snowden spricht an einer Veranstaltung in Deutschland. (Archivbild)

Brachte unzählige Unterlagen an sich: Edward Snowden spricht an einer Veranstaltung in Deutschland. (Archivbild) Bild: Ole Spata/Keystone

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Russland und China haben sich nach Medienberichten aus Grossbritannien Einsicht in die Geheimdienstdokumente verschafft, die der Enthüller Edward Snowden entwendete. Offenbar sind als Reaktion darauf sogar britische Agenten abgezogen worden.

Mechanismen zum Schutz der Daten seien von den beiden Ländern umgangen worden, berichtete die britische «The Sunday Times» in der Nacht auf Sonntag. Das Knacken der Daten habe den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 dazu gezwungen, Agenten aus laufenden Einsätzen in «feindlichen Ländern» abzuziehen.

Die Zeitung berief sich auf Mitarbeiter des Büros von Premierminister David Cameron, des Innenministeriums und der Geheimdienste. Eine offizielle Stellungnahme war nicht zu erhalten.

Eine Quelle in der Downing Street, dem Sitz des britischen Premierministers, sagte dem britischen Rundfunk BBC, Russland und China seien im Besitz von Informationen, die zum Abzug der Agenten führten. Es gebe keine Hinweise darauf, dass einem von ihnen etwas geschehen sei.

Seit zwei Jahren werden immer neue Informationen über die weltweiten Überwachungsaktivitäten des US-Geheimdienstes NSA und seines britischen Verbündeten GCHQ bekannt. Grund: Der Ex-NSA-Mitarbeiter Snowden hat unzählige Dokumente darüber an sich gebracht und diese an Journalisten übergeben. (chk/sda)

Erstellt: 14.06.2015, 03:55 Uhr

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