Staatsanwältin fordert Schuldspruch für Timoschenko

Der Oppositionspolitikerin habe einen unvorteilhaften Gasliefervertrag für das Land abgeschlossen, wirft die Anklage Julia Timoschenko vor. Ihr drohen bis zu sieben Jahre Haft.

Soll ins Gefängnis: Julia Timoschenko.

Soll ins Gefängnis: Julia Timoschenko. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im international umstrittenen Prozess wegen Amtsmissbrauchs gegen die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat die Anklage einen Schuldspruch gefordert. Sie forderte sieben Jahre Haft. Es sei erwiesen, dass Timoschenko Anfang 2009 einen für die Ukraine nachteiligen Vertrag für russische Gaslieferungen geschlossen habe, sagte Staatsanwältin Lilia Frolowa in Kiew vor Gericht.

Timoschenko habe sich in die Vertragsverhandlungen eingemischt und dadurch ihre Amtsbefugnisse überschritten. Laut Anklage soll dem ukrainischen Staat durch die Gasverträge ein Schaden von umgerechnet 167 Millionen Franken entstanden sein. Timoschenko, die den Prozess als politische Inszenierung von Präsident Viktor Janukowitsch zur Schwächung der Opposition kritisiert, hatte mehrfach ihre Unschuld beteuert.

Kritik aus der EU und den USA

Auch die EU und die USA hatten das Verfahren kritisiert und Rechtsstaatlichkeit angemahnt. Das Gericht lehnte einen Antrag der Verteidigung von Timoschenko auf eine weitere Beweisaufnahme ab.

Staatschef Janukowitsch hatte eine Einmischung in das Verfahren ungeachtet des internationalen Drucks abgelehnt. Er verhandelt mit Russland über niedrigere Gaspreise. Nach einem Treffen mit der russischen Führung berichteten beide Seiten zuletzt von Fortschritten. Timoschenko ist seit Anfang August in Untersuchungshaft. (miw/sda)

Erstellt: 27.09.2011, 17:29 Uhr

Artikel zum Thema

Timoschenko soll es immer schlechter gehen

Julia Timoschenko sitzt seit Wochen in Haft. Sie soll an einer Krankheit mit «beunruhigenden Symptomen» leiden. Seit Tagen wird gerätselt, was an der Geschichte dran ist. Nun äusserte sich auch die EU «sehr besorgt». Mehr...

Richter in Kiew zeigen Härte

Das Gericht in Kiew hat einen Antrag auf Freilassung der früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko abgelehnt. Im Gerichtssaal bezeichnete sie die Justiz als Teil der Mafia. Mehr...

Ex-Regierungschefin Timoschenko sitzt in U-Haft

In der Ukraine wurde die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko festgenommen. Ihr wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Daraufhin kündigten Timoschenkos Anhänger Proteste an. Mehr...

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Blogs

Sweet Home Sieben Zürcher Wohngeschichten

Mamablog Zu cool für Spielzeug

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Leuchtende Präsidentengattinnen: Melandia Trump und Akie Abe besuchen zusammen das Museum der digitalen Künste in Tokyo (26. Mai 2019).
(Bild: Koji Sasahara) Mehr...