Terror-Angst: Deutschland ermittelt gegen Hunderte Islamisten

Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen islamistische Terrorverdächtige hat nach Angaben des Bundeskriminalamts einen neuen Höchststand erreicht.

Der bekannteste Fall in Deutschland: Vier Islamisten der «Sauerland-Gruppe», unter ihnen Daniel Schneider,  wurde im Februar in Düsseldorf der Prozess gemacht.

Der bekannteste Fall in Deutschland: Vier Islamisten der «Sauerland-Gruppe», unter ihnen Daniel Schneider, wurde im Februar in Düsseldorf der Prozess gemacht.

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«Bundesweit laufen gegenwärtig 350 Ermittlungsverfahren mit islamistischem Hintergrund, so viele wie noch nie», sagte der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» laut einer Vorabmeldung. Allein das Bundeskriminalamt bearbeite 220 Verfahren, fast die Hälfte davon beträfen Anschläge in Afghanistan. «Hier spiegeln sich die vermehrten Angriffe auf deutsche Soldaten wider», sagte Ziercke.

In Deutschland zählt das BKA nach Angaben von Jörg Ziercke aktuell rund 1100 Menschen zum «islamistisch-terroristischen Personenpotenzial». Die Sicherheitsbehörden hätten bundesweit inzwischen 127 sogenannte Gefährder im Visier, teilte er mit.

Seit Anfang 2009 sei zu beobachten, so der BKA-Chef weiter, «dass sich Reisen aus Deutschland in Ausbildungslager häufen». Allein im vergangenen Jahr hätten sich mehr als 30 junge Menschen nach Afghanistan oder Pakistan abgesetzt. «Am Hindukusch hat sich inzwischen eine deutsche Gemeinschaft etabliert. Diese Gruppe von aktuell zehn bis zwölf Personen versucht mit deutscher Jihad-Propaganda weitere Landsleute zu gewinnen, leider mit Erfolg.» (raa/ddp)

Erstellt: 26.04.2010, 07:48 Uhr

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