«Türkei unterstützt Menschenschmuggler»

Zuerst kritisiert die EU die Türkei – und jetzt der griechische Präsident. Angesichts des nicht abreissenden Flüchtlingsstroms äussert er seine Befürchtungen.

Angst und Erschöpfung: Eine syrische Frau mit ihrem Baby, kurz nach der Rettung durch die türkische Küstenwache (Dezember 2015).

Angst und Erschöpfung: Eine syrische Frau mit ihrem Baby, kurz nach der Rettung durch die türkische Küstenwache (Dezember 2015). Bild: Keystone

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Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos hat der Türkei in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. Er bemängelt fehlende Fortschritte bei der Eindämmung des Flüchtlingssturms und wirft den Behörden vor, mit Menschenschmugglern gemeinsame Sache zu machen.

«Ich hege die starke Befürchtung, dass die türkischen Menschenschmuggler Unterstützung von den Behörden bekommen», sagte Pavlopoulos der «Süddeutschen Zeitung» laut Vorabbericht aus der Montagausgabe. «Vor allem die Hafenbehörden tun so, als ob sie nichts mitbekämen. Wir haben Beweise dafür.»

Griechenland stelle zudem Bedingungen für die Zahlung seines Anteils an den drei Milliarden Euro, die die Türkei für die Flüchtlingshilfe im Gegenzug für eine bessere Grenzsicherung bekommen solle. «Griechenland wird all seine Verpflichtungen erfüllen, wenn die Türkei ihre Verpflichtungen erfüllt hat. Bislang hat die Türkei nicht geliefert.»

Vom türkischen Festland nach Griechenland

Erst am Montag trafen in der griechischen Hafenstadt Piräus nach Angaben der Küstenwache gut 2400 Flüchtlinge an Bord von zwei Fähren von den Inseln Lesbos und Chios ein. Dorthin waren sie vom türkischen Festland gelangt.

Nach neuesten Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind in den ersten 16 Tagen des Jahres 29'088 Migranten und Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland gekommen. Die meisten - 18'106 - landeten demnach auf Lesbos.

Vor wenigen Tagen hatte sich bereits die EU-Kommission angesichts nahezu unverändert hoher Flüchtlingszahlen unzufrieden mit der Türkei gezeigt. Pavlopoulos wird am Montag in Berlin erwartet. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. (kko/sda)

Erstellt: 18.01.2016, 10:25 Uhr

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