UNO-Umweltexperte: «Diese Subventionen sind pervers»

Der Leiter des UNO-Umweltprogramms (Unep), Achim Steiner, verlangt eine rigorose Wende in der Wirtschaftspolitik für einen besseren Artenschutz. Viele Subventionen würden überhaupt keinen Sinn machen.

«Fehlgeleitete Wirtschaftspolitik»: Achim Steiner kritisiert die Milliarden-Investitionen in die Fischerei-Industrie.

«Fehlgeleitete Wirtschaftspolitik»: Achim Steiner kritisiert die Milliarden-Investitionen in die Fischerei-Industrie. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Achim Steiner, ranghöchster Deutscher bei den Vereinten Nationen prangert zum Teil «perverse Subventionen» an. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» sagte Steiner: «Es gibt viele Subventionen, die unter dem Prinzip Nachhaltigkeit wenig Sinn machen.» Dazu zählten Gelder für die Landwirtschaft in Höhe von weltweit rund 215 Milliarden Euro.

Auch beim Verbrauch fossiler Brennstoffe sei es ein falscher Anreiz, «dass pro Jahr weltweit bis zu 360 Milliarden Euro an Subventionen für den Verbrauch von Diesel, Benzin und Brennstoffen fliessen». Steiner: «Leider betrachtet unsere Wirtschaftspolitik Natur immer noch als Füllhorn, das nie zu Ende geht. Das ist ein grosser Fehler.»

«Bestand ist längst überfischt»

Als krasses Beispiel für eine «fehlgeleitete Wirtschaftspolitik» nannte Steiner die Fischerei: «Jährlich werden weltweit rund 20 Milliarden Euro in die Fischerei-Industrie gesteckt.» Das Geld fliesse aber nicht in den Erhalt des Fischbestands. Stattdessen werde die Fischereiflotte subventioniert, «obwohl klar ist, dass der Bestand längst überfischt ist. Die klientelorientierte Wirtschaftspolitik bedeutet für uns alle eine viel höhere Rechnung», sagte Steiner. (pbe/dapd)

Erstellt: 29.10.2010, 07:22 Uhr

Artikel zum Thema

UNO: Rekord-Spendenaufruf für Pakistan

Die Vereinten Nationen starten den grössten Spendenaufruf ihrer Geschichte. Die UNO will zwei Milliarden Dollar sammeln, um Pakistan nach der Jahrhundertflut zu helfen. Mehr...

So will die UNO 16 Millionen Menschenleben retten

Die UNO-Generalversammlung hat eine Initiative zur Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Kindern angekündigt. Eine milliardenschwere Finanzspritze soll zur Erfüllung des Millenniumziels beitragen. Mehr...

Israel wirft der UNO Einseitigkeit vor

Am Menschenrechtsrat in Genf beschuldigten sich Israel und die UNO gegenseitig. Auch die Schweizer Repräsentantin äusserte sich zum Konflikt. Mehr...

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Geldblog Schenkung schützt nicht vor Pflegekosten

Mamablog Schluss mit dem «Schämi-Egge»!

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Das erste Weisshandgibbon Baby des Skopje Zoos steht in seinem Gehäge neben seiner Mutter. (20. Mai 2019)
(Bild: Robert Atanasovski) Mehr...