Russen sollen «bösartige» Hacker-Attacke verübt haben

Router von Regierungen und Privatpersonen seien infiziert worden, so die USA und Grossbritannien.

Angeblich sollen auch Private von den Hackerangriffen betroffen sein.

Angeblich sollen auch Private von den Hackerangriffen betroffen sein. Bild: Felix Kästle/DPA/Keystone

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Russland hat nach Angaben der USA und Grossbritanniens eine grossflächige Cyberattacke verübt. Im Visier seien sowohl Regierungen, Infrastruktureinrichtungen wie auch Privatpersonen.

Der «bösartige» Angriff solle unter anderem der Spionage dienen, hiess es in einer am Montag in London veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von britischen und US-Sicherheitsbehörden.

Von der Regierung in Moskau unterstütze Gruppen hätten Router infiziert, erklärten US-amerikanische und britische Behörden am Montag in einer Telefonschaltung. Ciaran Martin vom Nationalen Cybersicherheitszentrums Grossbritanniens sagte, es seien «Millionen von Maschinen» ins Visier genommen worden.

Auch Internetrouter von Privatpersonen würden angegriffen. Betroffen seien damit auch Internetnutzer im «Home Office», also mit dem Arbeitsplatz daheim. Die Angriffe würden seit mehr als einem Jahr beobachtet. Die zugrundeliegende Taktik sei noch länger bekannt. Möglicherweise brächten sich die Hacker für zukünftige Angriffe in Stellung.

Router und Firewalls im Visier

Zu den konkreten Zielscheiben der Attacken gehören den Angaben zufolge Installationen wie Router, Switches und Firewalls. Router sind Geräte, welche die Verbindung zum Internet herstellen. Ein Switch ermöglicht den Datenaustausch zwischen Computern. Firewalls sind Sicherungssysteme gegen Hackerangriffe. Die Hacker wollten der Spionage den Weg bahnen, geistiges Eigentum rauben und dauerhaften Zugang zu den Netzwerken der Opfer gewinnen, warnten die Behörden.

Die britischen und US-amerikanischen Behörden kündigten für den Laufe des Tages die Veröffentlichung von technischen Einzelheiten an, damit die Angriffe erkannt und Gegenmassnahmen ergriffen werden könnten.

Ziel der Cyberattacken sei es, die Arbeit anderer Regierungen zu stören und geschäftliche Aktivitäten zu destabilisieren, erklärte ein Sprecher der britischen Regierung. Er nannte die Angriffe ein weiteres Beispiel für Russlands «Missachtung von internationalen Normen und der globalen Ordnung». Der Experte der US-Bundespolizei FBI, Howard Marshall, betonte, die neue Attacken fügten sich in ein Muster von «bösartigen» Cyber-Aktivitäten der russischen Regierung ein.

Grosser Angriff im Vorjahr

Die USA und Grossbritannien machen Russland für den den NotPetya-Cyberangriff 2017 verantwortlich. Dabei entstanden Milliardenschäden. Die Regierung in Moskau hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Zudem gehen US-Geheimdienste davon aus, dass Russland versucht hat, sich in die US-Präsidentenwahl 2016 einzumischen. Untersucht wird weiter, ob es Absprachen zwischen russischen Vertretern und dem Wahlkampfteam von Donald Trump gab. Russland und der Präsident haben dies zurückgewiesen.

Die mutmassliche Cyberattacke könnte die ohnehin stark angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter belasten. Zuletzt waren diese Spannungen durch die gemeinsamen Luftangriffe der USA, Frankreichs und Grossbritanniens auf mutmassliche Chemiewaffenanlagen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad verschärft worden. Moskau unterstützt Assad militärisch im Bürgerkrieg.

USA: Noch kein Entscheid über Sanktionen

Kurz vor Bekanntgabe der Cyberattacken hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass über mögliche neue Sanktionen gegen Russland noch nicht entschieden sei. Zusätzliche Strafmassnahmen würden geprüft, und die Entscheidung darüber «in der nahen Zukunft gefällt», sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders.

Sanders schien damit Äusserungen der US-Botschafterin bei der Uno, Nikki Haley, zu widersprechen. Haley hatte am Vortag den Eindruck erweckt, dass die neuen Sanktionen bereits beschlossene Sache seien, und deren Bekanntgabe für diesen Montag angekündigt. Die Diplomatin sagte, die Strafmassnahmen sollten russische Unternehmen treffen, die mit der syrischen Regierung Geschäfte machten. (fur/chk/sda)

Erstellt: 17.04.2018, 06:55 Uhr

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