Ukraine sanktioniert Journalisten westlicher Medien

Wer Verständnis für Moskaus Politik zeigt, wird bestraft: Weitere 400 Personen werden von Kiew mit Sanktionen belegt. Darunter auch ein Journalist der Wochenzeitung «Die Zeit»

Hartes Durchgreifen: Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, lässt die Sanktionierten-Liste im Internet veröffentlichen. (7. Februar 2015) Bild: EPA/Tobias Hase

Hartes Durchgreifen: Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, lässt die Sanktionierten-Liste im Internet veröffentlichen. (7. Februar 2015) Bild: EPA/Tobias Hase

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat wegen des Konflikts im Osten seines Landes 400 weitere Menschen mit Sanktionen belegt. Unter den Betroffenen sind neben dem russischen Verteidigungsminister auch Journalisten westlicher Medien.

Die Liste der Sanktionierten wurde am Mittwoch von der Regierung im Internet veröffentlicht. Gegen die Betroffenen gilt etwa ein Einreiseverbot. Auf der Listen finden sich auch die Namen eines Journalisten der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit», von drei in Moskau arbeitenden BBC-Mitarbeitern und eines spanischen Journalisten.

Kaspersky verboten

Die Strafmassnahmen betreffen Menschen und Firmen, die nach der Einverleibung der Halbinsel Krim durch Russland und angesichts des Krieges in der Ostukraine Verständnis für die Politik Moskaus zeigen.

Es werden auch weitere prorussische Rebellenführer mit Sanktionen belegt. Einschränkungen muss etwa auch die russische Fluglinie Aeroflot hinnehmen. Ukrainische Behörden dürfen ferner die Antivirussoftware des russischen Anbieters Kaspersky nicht verwenden.

8000 Menschen fielen im Konflikt

Kiew hatte im vergangenen Jahr schon zahlreiche Russen und Aufständische mit Sanktionen belegt, die für die Krise im Osten und die Krim-Annexion verantwortlich gemacht werden. Diese Liste wurde allerdings nie veröffentlicht. Auf der erweiterten Liste stehen neben den Einzelpersonen auch 90 Firmen.

Seit dem Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine im April 2014 wurden fast 8000 Menschen getötet. (hae/sda)

Erstellt: 17.09.2015, 04:07 Uhr

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