Unesco stellt sich gegen den Kosovo

Es ist ein Sieg für Russland und Serbien: Der Kosovo wird nicht in die Unesco aufgenommen – wegen zwei Stimmen.

Niederlage in der Abstimmung für den Kosovo: Ein Mann wischt vor dem Gra?anica Kloster, einem Unesco-Welterbe. (7. November 2015)

Niederlage in der Abstimmung für den Kosovo: Ein Mann wischt vor dem Gra?anica Kloster, einem Unesco-Welterbe. (7. November 2015) Bild: Armend Nimani/AFP

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Der Kosovo hat eine Mitgliedschaft in der UN-Kulturorganisation Unesco knapp verfehlt. Bei einer Abstimmung verpasste es die nötige Mehrheit von zwei Drittel der abgegebenen Stimmen, um als Mitglied aufgenommen zu werden. Das Votum ist ein Sieg für Serbien und Russland, die gegen eine grössere Rolle des Kosovos bei den Vereinten Nationen sind.

Es gab 92 Stimmen für und 50 Stimmen gegen eine Unesco-Mitgliedschaft des Kosovos. Zudem gab es ein paar Dutzend Enthaltungen. Nach den Unesco-Regeln wären für eine Aufnahme 94 «Ja»-Stimmen nötig gewesen.

Anerkennung von 111 Ländern

Seit der Kosovo 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, wurde es von 111 Ländern anerkannt. Serbien weigert sich aber, die Sezession zu akzeptieren. Der serbische Verbündete Russland hatte eine UN-Vollmitgliedschaft des Kosovos blockiert.

Der Kosovo hatte versprochen, im Fall einer Unesco-Mitgliedschaft das kulturelle Erbe der Serben zu schützen. Serbien warnte, eine Aufnahme des Kosovos in die Kulturorganisation würde Spannungen schüren und einem von den UN vermittelten Dialog schaden. (dia/sda)

Erstellt: 09.11.2015, 14:42 Uhr

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