Unheimliches Summen

US-Botschaft, Eiffelturm, Tour Montparnasse: Drohnen scheinen Paris auszukundschaften. Nun nimmt die Polizei drei Verdächtige fest – Journalisten.

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Die Serie mysteriöser Drohnen-Überflüge in Frankreich reisst nicht ab. Letzte Nacht flogen zum zweiten Mal in Folge Drohnen über das Zentrum von Paris. Zwischen 23 Uhr und 2 Uhr in der Nacht zum Mittwoch wurden in fünf Fällen Drohnen im Zentrum von Paris gesichtet, wie die Polizei mitteilte. Erneut fanden Flüge in der Nähe der US-Botschaft statt.

Nun hat die Polizei Journalisten des katarischen Nachrichtensenders Al-Jazeera festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden drei Personen im Alter von 36, 54 und 70 Jahren gefasst. Zuvor hatte die Polizei eine Drohne über dem Bois de Boulogne im Westen von Paris entdeckt.

Erfolglose Jagd

Gesichtet wurde am Montagabend die erste Drohne gegen Mitternacht über der US-Botschaft. Wegen der hohen Sicherheitsstufe für die Botschaft wurden sofort Polizeieinheiten aktiviert, die versuchten, der Drohne zu folgen, wie es aus Ermittlerkreisen hiess. Das unbemannte Fluggerät «setzte seinen Überflug in Richtung Invalides» fort, dann verlor sich die Spur.

Wenig später, zwischen 1 und 6 Uhr, kam es zu vier weiteren Drohnenflügen. «Eiffelturm, Tour Montparnasse, Place de la Concorde... die Drohnen wurden beim Überflug zahlreicher Orte in Paris gesichtet», hiess es. Fast sechs Stunden lang waren in der Nacht zum Dienstag die Polizisten im Einsatz, um diejenigen aufzuspüren, die die Drohnen steuerten – vorerst vergeblich. Gestern waren auch mehrere Verkehrsknotenpunkte am Stadtrand betroffen, darunter die Porte de Saint-Cloud im Südwesten und die Porte de Clignancourt im Norden der Stadt.

Die wichtigen Gebäude und Plätze in Paris, über denen in diesem Jahr bereits Drohnen gesichtet wurden.

Wie der französische Radiosender Europe 1 schreibt, gelang es diesmal Polizisten und Passanten, die Drohnen heimlich zu filmen. Das Material werde nun untersucht. Eine zehn Mann starke Sondereinheit der französischen Gendarmerie ist inzwischen auf den mysteriösen Fall angesetzt worden. >

Bei der Polizei hiess es, dass zwar ab und zu Drohnen über Paris gesichtet würden, aber nie so viele «in einer einzigen Nacht» wie am Montagabend. Es könnte sich um eine «koordinierte Aktion» handeln. Ein Kommissar wirkte perplex: «Ist das ein Spiel, Auskundschaften für eine künftige Aktion? Die Ermittlungen werden es zeigen.»

In den französischen Medien werden nun mögliche Abwehrmassnahmen besprochen – halb ernst gemeint, halb im Witz. Der «Figaro» zum Beispiel zeigt das Video dieser Netz-Drohne, welche einen «Angreifer» abfängt.

Bereits im Januar hatte eine Drohne unbekannter Herkunft den Elysée-Palast von Präsident François Hollande überflogen, obwohl in der Hauptstadt seit der islamistischen Anschlagsserie von Anfang Januar mit 17 Todesopfern die höchste Terrorwarnstufe gilt.

Debatte über die Sicherheit

In Frankreich gab es seit dem vergangenen Herbst eine ganze Serie mysteriöser Drohnen-Flüge. Die meisten davon fanden – manchmal zeitgleich – über Atomkraftwerken oder anderen Atomanlagen statt, darunter Ende Januar sogar über der Atom-U-Boot-Basis auf der westfranzösischen Halbinsel Crozon. In keinem der Fälle konnten die Drohnen gefunden oder die Urheber der Flüge festgenommen werden.

Die Drohnen-Flüge hatten eine Sicherheitsdebatte in Frankreich zur Folge. Regierung und Behörden versicherten, dass die Fluggeräte jeweils zu klein gewesen seien, um etwa Sprengstoff zu transportieren. Experten warnten aber, dass die Drohnen auch sensible Anlagen für eine spätere Attacke ausspionieren könnten. Anfängliche Mutmassungen der Sicherheitsbehörden, dass es sich bei den Urhebern der Drohnen-Flüge um Atomkraftgegner handeln könnte, erbrachten bisher kein Ergebnis. Umweltverbände wie Greenpeace hatten jegliche Verwicklung von Anfang an bestritten. (thu/sda/AFP)

Erstellt: 25.02.2015, 17:00 Uhr

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