Vatikan enthüllt den neuen Titel von Benedikt

Wie wird sich Papst Benedikt XVI. in Zukunft nennen und welche Kleider darf er tragen? Darüber wurde viel spekuliert – nun wurde entschieden.

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Der Papst wird nach seinem Rücktritt am Donnerstag den Titel «Seine Heiligkeit Benedikt XVI., emeritierter Papst» oder «Seine Heiligkeit Benedikt XVI., emeritierter römischer Pontifex» tragen. Er sei das erste Kirchenoberhaupt seit dem Mittelalter, das diese Bezeichnung führt, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Wer Benedikt anreden wolle, könne weiterhin «Eure Heiligkeit» sagen.

Das bisherige Oberhaupt der katholischen Kirche könne auch nach seinem Rücktritt das weisse Papstgewand tragen, sagte Lombardi. Ausserdem werde Benedikt XVI. weiterhin die Schuhe anziehen, die ihm mexikanische Handwerker im vergangenen Jahr geschenkt hatten.

Den Angaben zufolge hat der Papst bereits offizielle Dokumente, die archiviert werden sollen, und persönliche Unterlagen, die er mitnehmen wird, sortiert. Offiziell endet seine Amtszeit am Donnerstag um 20 Uhr. Eine besondere Zeremonie ist dafür nicht vorgesehen. Den Plänen zufolge wird der Papst bereits einige Stunden zuvor den Vatikan verlassen und im Hubschrauber zu seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo 25 Kilometer südlich von Rom fliegen. Dort soll er die nächsten zwei Monate verbringen.

Wahl in der ersten Märzhälfte?

Gestern hatte der Papst per Dekret ein Vorziehen des Konklaves zur Wahl seines Nachfolgers ermöglicht. Dieses könnte nun bereits in der ersten Märzhälfte abgehalten werden. Lombardi sagte, am kommenden Montag sollten Gespräche der Kardinäle über den genauen Termin beginnen.

Zum Konklave werden die wahlberechtigten Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre sein dürfen, in geheimer Sitzung in der Sixtinischen Kapelle zusammenkommen. Für die Wahl des neuen Oberhaupts der katholischen Kirche ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.

Rom rüstet sich für Ansturm

Zahlreiche prominente Gäste und Zehntausende Pilger werden am Mittwoch in Rom erwartet, wenn sich Papst Benedikt XVI. von der Öffentlichkeit verabschiedet. Zum letzten grossen Auftritt des scheidenden Oberhaupts der katholischen Kirche erwartet der Vatikan mindestens 50'000 Menschen auf dem Petersplatz.

Gläubige aus aller Welt und Touristen strömen nach Rom, um bei der Audienz einen Tag vor dem Rücktritt Benedikts dabei zu sein. Sogar US-Aussenminister John Kerry hat sich angekündigt. Rund um den Vatikan gelten am Mittwoch strenge Sicherheitsvorkehrungen. 600 zusätzliche Kräfte sind im Einsatz, darunter auch Scharfschützen auf den Dächern und Gebäuden rund um den Petersplatz.

Die üblichen persönlichen Begegnungen Benedikts mit Gläubigen nach der Audienz entfallen aus Sicherheitsgründen. Um den Ansturm zu bewältigen, wird in Rom der öffentliche Nahverkehr verstärkt. Hunderte freiwillige Helfer sind im Einsatz.

Es wird eine emotionale letzte Audienz erwartet, bevor am Donnerstag um 20 Uhr Benedikts Pontifikat endet. Am späten Nachmittag ist für ihn der Trubel rund um seine letzten Tage als Papst vorbei. Dann wird der 85-Jährige im Helikopter zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo vor den Toren Roms fliegen. (bru/AFP/sda)

Erstellt: 26.02.2013, 13:50 Uhr

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