Vilks’ Beschützer haben wohl ein Massaker verhindert

Gemäss einem Medienbericht haben schwedische Polizisten den Attentäter von Kopenhagen mit Schüssen in die Flucht geschlagen. Sie waren zum Schutz des schwedischen Künstlers Lars Vilks mitgereist.

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Bei dem Anschlag auf das Kulturzentrum in Kopenhagen haben einem Medienbericht zufolge die zum Schutz des Künstlers Lars Vilks eingesetzten schwedischen Polizisten womöglich ein Massaker verhindert. Die schwedische Zeitung «Sydsvenskan» berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, die beiden schwedischen Polizisten hätten das Feuer erwidert.

Einer der Beamten habe sein ganzes Magazin verschossen und so den Angreifer in die Flucht geschlagen. Der Polizeivertreter Jarl Holmström sagte der Zeitung, die Beamten hätten «vorbildlich» auf den Angriff reagiert.

Attentäter schoss 40-mal

Der Attentäter von Kopenhagen hat bei den beiden Terroranschlägen und seinem Schusswechsel mit der Polizei am Wochenende insgesamt 40 Schüsse abgefeuert. Die Kopenhagener Polizei bestätigte zudem am Dienstagabend offiziell die Identität des Mannes.

Bei dem Terroristen handelt es sich wie von Medien bereits berichtet um den 22-jährigen Omar Abdel Hamid al-Hussein. Die Eltern des Attentäters sind Medienberichten zufolge Palästinenser. Für den Angriff auf das Kulturcafé Krudttønden nutzte Hussein ein sogenanntes M95-Gewehr. Nach Angaben der Polizei versuchte er am Samstag zunächst, durch eine andere Tür als den Haupteingang in das Gebäude zu gelangen.

28 Schüsse vor dem Café

Nachdem ihm das misslungen war, traf er auf der Strasse auf den Filmemacher Finn Nørgaard, den er mit einem Schuss aus dem Gewehr tötete. Insgesamt schoss Hussein vor dem Café 28-mal. Die Waffe fand die Polizei später am Mjølnerparken im Stadtteil Nørrebro, wo der Terrorist gewohnt haben soll.

Beim zweiten Anschlag auf eine Synagoge im Stadtzentrum in der Nacht zum Sonntag, bei dem ein jüdischer Wachmann starb, gab Hussein neun Schüsse aus zwei Pistolen ab. Die Waffen trug er auch bei sich, als Polizisten ihn am Sonntagmorgen in Nørrebro antrafen und töteten.

Getöteter jüdischer Wächter beerdigt

Der jüdische Wachmann wurde heute beerdigt. Der 37-jährige Dan Uzan hatte vor einer Synagoge in der dänischen Hauptstadt Wache gehalten, als ihn der Attentäter erschoss.

In der Synagoge hatten 80 Menschen eine Bat Mizwa gefeiert. «Hätte er nicht dort gestanden, zusammen mit zwei Polizisten, hätten wir ein Massaker erlebt», sagte der frühere dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen vor der Beisetzung. Gäste der Bat Mizwa hatten erzählt, dass der junge Wachmann die Feiernden gewarnt hatte.

Uzan hatte schon früher als Freiwilliger im Sicherheitsteam der jüdischen Gemeinde gearbeitet. Er galt als äusserst hilfsbereit und warmherzig.

«Alle, die ihn getroffen haben, würden sagen, dass Dan einer der fröhlichsten Menschen war, die sie kennen», sagte ein Freund des 37-Jährigen bei der Beisetzung laut dem Fernsehsender TV2. Auch Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt kam zur Beerdigung. (chk/rar/sda)

Erstellt: 18.02.2015, 03:22 Uhr

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