Wer Kinder vegan ernährt, soll in Italien ins Gefängnis

Italiens Parlament diskutiert einen Gesetzesentwurf, der eine zu strikte Ernährungsweise bei Kindern bestrafen soll. Den Eltern droht Gefängnis.

Eine radikale Ernährungsweise könne bei Kindern zu Mangelerscheinungen führen, rechtfertigt die Parlamentarierin Elvira Savino ihren Gesetzesvorschlag.

Eine radikale Ernährungsweise könne bei Kindern zu Mangelerscheinungen führen, rechtfertigt die Parlamentarierin Elvira Savino ihren Gesetzesvorschlag. Bild: Colourbox.de

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In Italien könnte Eltern, die ihre Kinder vegan ernähren, bald Gefängnis drohen. Die italienische Oppositionspartei Forza Italia hat einen entsprechenden Gesetzesvorschlag eingereicht, wie die Zeitung «La Repubblica» berichtet.

Eine radikale Ernährungsweise sei nicht geeignet für Kinder, sagt die Abgeordnete Elvira Savino. Gefährdet seien vor allem Kleinkinder. Ihnen würden grundlegende Nährstoffe fehlen, die für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung wichtig seien.

Höheres Strafmass bei Kindern unter drei Jahren

Gemäss der Vorlage könnten Eltern mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden, wenn sie ihre Kinder zu einer strikten Ernährung zwingen. Falls das Kind Schäden davongetragen hat, sind sogar bis zu vier Jahre Haft vorgesehen. Bei Kindern unter drei Jahren erhöht sich das Strafmass weiter.

Im Juli war der Fall eines 14 Monate alten Kleinkindes aus Mailand publik geworden, das stark unterernährt gewesen war. Bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus wog es nur fünf Kilogramm. Den Eltern, die ihr Kind vegan ernährt hatten, wurde das Sorgerecht entzogen. (ij)

Erstellt: 09.08.2016, 23:02 Uhr

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