Wer ist Schuld am Tod des Schweizer Rot-Kreuz-Mitarbeiters?

Nach dem Tod des 38-Jährigen in Donezk: Die Ukraine und die Separatisten schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Die Kämpfe forderten inzwischen weitere Opfer.

Ausserhalb des Büros des Roten Kreuzes: Hier schlug die Granate ein. (3. Oktober 2014)

Ausserhalb des Büros des Roten Kreuzes: Hier schlug die Granate ein. (3. Oktober 2014) Bild: AFP

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Das ukrainische Aussenministerium warf den prorussischen Separatisten am Freitag vor, die Hilfsorganisationen «einschüchtern» zu wollen. «Dieser terroristische Akt kann in keiner Weise gerechtfertigt werden», teilte das ukrainische Aussenministerium mit.

Das Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte am Donnerstag den gewaltsamen Tod eines Schweizer Mitarbeiters in Donezk bestätigt. Das Stadtzentrum von Donezk war zuvor mit Granaten beschossen worden. Die 19 weiteren IKRK-Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht.

«Dieses System schiesst nicht gezielt»

Der stellvertretende Regierungschef der Volksrepublik Donezk, Andrej Purgin, machte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP wiederum die ukrainische Armee für die tödlichen Schüsse auf den IKRK-Mitarbeiter verantwortlich. Das Militär feuere den zweiten Tag in Folge mit Raketenwerfern vom Typ Uragan auf die einstige Millionenmetropole. «Mit diesem System schiesst man nicht gezielt, sie treffen einfach ein bestimmtes Gebiet und alle, die sich darin befinden», sagte Purgin.

Auch Moskau machte die ukrainischen Streitkräfte für den Tod des 38-Jährigen verantwortlich. «In Kiew wollten sie nicht das Offensichtliche zugeben», hiess es in einer Erklärung des russischen Aussenministeriums vom Freitag. Das betroffene Gebiet in Donezk stehe unter Kontrolle der Rebellen und sei von der Armee unter Feuer genommen worden.

Fünf Tote innert 24 Stunden

Beim Opfer handelt es sich um einen 38-jährigen Schweizer, der über fünf Jahre für das IKRK gearbeitet hatte und erst seit sechs Wochen in der Ukraine im Einsatz war. «Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen Verlust», wird der zuständige IKRK-Direktor Dominik Stillhart in einer Mitteilung zitiert. «Wahlloser Beschuss von Wohngebieten ist inakzeptabel und verstösst gegen das humanitäre Völkerrecht.»

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äusserte sich «traurig und verstört» über den Tod des IKRK-Mitarbeiters. Der Generalsekretär sei «besorgt über die gefährliche Zunahme der Kämpfe», sagte dessen Sprecher. Die jüngsten Ereignisse zeigten, wie brüchig die Waffenruhe in der Ostukraine sei.

Die Kämpfe hielten am Freitag weiter an. Nach Angaben des Donezker Rathauses wurden binnen 24 Stunden fünf Menschen getötet. Demnach konzentrieren sich die Gefechte auf den Flughafen im Norden der Stadt. Die Rebellen versuchen diesen zu erobern, doch nach Angaben Kiews steht dieser nach dem Eintreffen von Verstärkung und Munition weiter unter Kontrolle der Armee. (ldc/sda)

Erstellt: 03.10.2014, 14:41 Uhr

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