«Wir waren auch ohne Hitler unglücklich»

Fast sieben Prozent der Griechen trauen ihm zu, das Land in die Zukunft zu führen. Neonazi-Chef Michaloliakos blickt jedoch lieber in die Vergangenheit – und lobt Hiltler als Wirtschaftsführer.

«Hitlers Land erlebte ein grossartiges Wirtschaftswachstum»: Nikos Michaloliakos, Führer der «Goldenen Morgenröte».

«Hitlers Land erlebte ein grossartiges Wirtschaftswachstum»: Nikos Michaloliakos, Führer der «Goldenen Morgenröte». Bild: AFP

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Inmitten der politischen Krise nach der Wahl in Griechenland hat sich der Chef der neu im Parlament vertretenen Neonazis, Nikos Michaloliakos, anerkennend über Adolf Hitler und die Nazis geäussert. «Das deutsche Volk hat Hitler verehrt, und sein Land erlebte ein grossartiges Wirtschaftswachstum», sagte der Vorsitzende der Partei Chryssi Avgi («Goldene Morgenröte») in der griechischen Tageszeitung «Eleftheros Typos».

Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkriegs in Griechenland seien «von Deutschen, aber nicht von Nazis» begangen worden, zeigte er sich überzeugt. «Wir haben Hitler bekämpft, weil er uns angegriffen hat», legte Michaloliakos in der Zeitung seine Sicht der Geschichte dar. «Aber auch ohne Hitler waren wir in den vergangenen 67 Jahren unglücklich», behauptete er.

Koalitionsgespräche ohne Ergebnis

Bei der Parlamentswahl am vergangenen Sonntag hatten die Neonazis knapp sieben Prozent der Stimmen und 21 Mandate erhalten. Sie zogen damit erstmals in Griechenlands Parlament ein. Bei dem Urnengang wurden die Regierung abgestraft und die Opposition gestärkt. Wie mehrere linke Parteien lehnen auch die Neonazis den mit den internationalen Geldgebern Griechenlands vereinbarten radikalen Sparkurs des Landes ab.

Michaloliakos sollte am Sonntag in Athen mit Präsident Karolos Papoulias zusammenkommen. Dieser führt nach drei gescheiterten Versuchen zur Bildung einer Regierung Krisengespräche mit den im Parlament vertretenen Parteien. Am Vormittag empfing er die Chefs der konservativen Nea Dimokratia, der linksradikalen Syriza und der sozialistischen Pasok, die bei der Wahl auf den ersten drei Plätzen gelandet waren. Das Gespräch blieb zunächst ohne Ergebnis. Am Nachmittag sollten die kleineren Parteien folgen. Die Gespräche können über mehrere Tage laufen. Sollten sie scheitern, stehen im Juni Neuwahlen an. (ami/AFP)

Erstellt: 13.05.2012, 14:14 Uhr

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