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Abgestürztes Flugzeug war als Problem-Maschine bekannt

Die gestern in Madrid abgestürzte Maschine der Spanair hatte bereits an den Tagen zuvor technische Probleme. Zwei Flüge mussten deswegen abgesagt werden.

Flugzeug in Flammen: Die Spanair-Maschine müssen Helikopter löschen.
Flugzeug in Flammen: Die Spanair-Maschine müssen Helikopter löschen.
Keystone
Dutzende von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen fahren zum Unglücksort beim Madrider Flughafen Barajas.
Dutzende von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen fahren zum Unglücksort beim Madrider Flughafen Barajas.
Keystone
Beileid für die Hinterbliebenen: Spaniens Regierungspräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero.
Beileid für die Hinterbliebenen: Spaniens Regierungspräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero.
Keystone
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Wie der Flugkoordinator Javier Fernandez Garcia vom Madrider Flughafen der Zeitung «El Mundo» sagte, wurden in den letzten Tagen bereits zwei Flüge mit der gestern abgestürzten Spanair-Maschine abgesagt. Auch gestern wurde ein erster Startversuch abgebrochen, nachdem technische Probleme an der MD-82 auftraten. Die Folge war eine einstündige Verspätung.

Messgerät nach Fehler einfach abgestellt

Wie die Fluggesellschaft Spanair heute bekannt gab, hatte das Flugzeug Probleme mit einem Messfühler. Das Ventil sei beim ersten Startversuch überhitzt gewesen, sagte Sprecher Javier Mendoza in Madrid. Demnach ist aber unklar, ob das Problem im Zusammenhang mit dem Absturz steht. Laut Spanair trat das Problem unterhalb des Cockpits auf. Techniker schalteten den Messfühler daraufhin aus, was dem Unternehmen zufolge üblich ist. Danach wurde das Flugzeug zum Start freigegeben und stürzte in ein Waldstück hinter der Landebahn. Die Flugschreiber wurden inzwischen geborgen. Die Unglücksursache ist aber weiter unklar.

Bei dem Absturz waren 153 Menschen ums Leben gekommen. Sie stammen aus Spanien, Bulgarien, Schweden, Italien, Deutschland, Frankreich, Frankreich, Brasilien, Mauretanien, der Türkei, Gambia und Indonesien. 19 Insassen der Maschine vom Typ MD-82 überlebten mit schweren Verletzungen, vier davon befinden sich nach Behördenangaben immer noch in kritischem Zustand. Die Maschine hätte nach Las Palmas de Gran Canaria fliegen sollen, war aber unmittelbar nach dem Start in ein ausgetrocknetes Flusstal gestürzt und in Flammen aufgegangen. Eine Expertenkommission nahm am Donnerstag die Ermittlungen zur Unglücksursache auf. Mit Ergebnissen sei aber erst «in mehreren Wochen oder Monaten» zu rechnen, teilte das Verkehrsministerium mit.

Brennendes Triebwerk

Als weitgehend gesichert gilt, dass ein Triebwerk der zweistrahligen Unglücksmaschine in Brand geraten oder gar explodiert war. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass dies nicht allein die Ursache der Katastrophe gewesen sein könne. Die Maschine hätte auch nur mit einem Triebwerk starten können, sagten Piloten.

Spanair selbst weiss nach eigenen Angaben noch nicht, was die MD-82 zum Absturz brachte und verwies auf Ermittlungen der Regierung. Bei den Ermittlungen bekommen die spanischen Behörden Hilfe von den Experten der US-Unfallermittlungsbehörde NTSB. Alvaro Gammicchia, selbst MD-82-Pilot und Vertreter der spanischen Pilotengewerkschaft SEPLA, sagte, dass allein der ausgefallene Temperatursensor nicht für den Absturz verantwortlich sein könne.

Probleme mit Triebwerken

Die Gesellschaft Spanair hatte schon in der Vergangenheit Probleme mit Triebwerken. So musste erst am Samstag eine MD-82 notlanden, weil es Probleme mit beiden Aggregaten gab. Das Flugzeug war auf dem Weg von Lanzarote nach Madrid und wurde nach Gran Canaria umgeleitet, wohin auch der Unglücksflug JK5022 am Mittwochnachmittag gehen sollte. Aus Firmenkreisen verlautete, man wisse noch nicht, ob es sich am Samstag um die Unglücksmaschine mit der Registrierung EC-HFP handelte. Nach dem Unfall hat Spanair noch acht MD-82 in der Flotte.

sda/ap/cpm

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