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Abu Hamza bleibt in Haft

Der radikale Hassprediger Abu Hamza ist in New York dem Haftrichter vorgeführt worden. Zuvor war er von Grossbritannien ausgeliefert worden. Er ist unter anderem der Geiselnahme angeklagt.

Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1998 an einer Geiselnahme westlicher Touristen im Jemen beteiligt gewesen zu sein: Eine Zeichnung von Abu Hamza vor Gericht.
Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1998 an einer Geiselnahme westlicher Touristen im Jemen beteiligt gewesen zu sein: Eine Zeichnung von Abu Hamza vor Gericht.
AFP

Nach seiner Auslieferung durch Grossbritannien bleibt der radikale islamische Prediger Abu Hamza in den USA in Haft. Der Terrorverdächtige erschien am Samstag wenige Stunden nach seiner Ankunft erstmals vor einem US-Haftrichter, der den weiteren Gewahrsam anordnete.

Abu Hamza war in der Nacht zum Samstag nach jahrelangem juristischen Tauziehen gemeinsam mit vier weiteren Terrorverdächtigen von Grossbritannien an die USA ausgeliefert worden. Der Oberste Gerichtshof in London hatte am Freitag zuvor die Berufung der fünf Männer gegen ihre Auslieferung abgelehnt.

Beteiligung an Geiselnahme

Bei der kurzen Anhörung vor einem Bundesgericht in New York wurden Abu Hamza die gegen ihn vorliegenden elf Anklagepunkte genannt. Dem 54-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, 1998 an einer Geiselnahme westlicher Touristen im Jemen beteiligt gewesen zu sein.

Ausserdem werden ihm die Einrichtung eines Terrorcamps in den USA sowie die Unterstützung terroristischer Anschläge in Afghanistan zur Last gelegt. Die komplette Anklageschrift soll am Dienstag verlesen werden, dann soll sich Abu Hamza auch zu den Vorwürfen äussern. Dem radikalen Prediger, der Verbindungen zu al-Qaida gehabt haben soll, droht in den USA lebenslange Haft.

Schweigen vor dem Gericht

Abu Hamza wurde in Ägypten geboren und zog Ende der 70er Jahre nach Grossbritannien. Der einäugige Imam, bei dem ein Haken die rechte Hand ersetzt, predigte dort oft in der Moschee von Finsbury Park.

Die Verletzungen hatte er sich zugezogen, als er in Afghanistan im sogenannten Heiligen Krieg gegen die sowjetischen Besatzer kämpfte. In Grossbritannien sass er wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen in Haft.

Bei dem Gerichtstermin am Samstag hielt der weissbärtige Abu Hamza den Kopf gesenkt und äusserte sich nicht zu den Vorwürfen. Seine Pflichtverteidigerin Sabrina Shroff beantragte, dem Prediger seine Prothesen sowie seine orthopädischen Spezialschuhe zurückzugeben, ohne die ihr Mandant «kein zivilisiertes Leben» führen könne.

Weitere Auslieferungen

Vier weitere Terrorverdächtige wurden am Samstag ebenfalls ausgeliefert, darunter der 52-jährige Ägypter Adel Abdul Bary und der 50-jährige Saudiaraber Khaled al-Fawwaz. Sie sollen an Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenias Hauptstadt Nairobi und in Daressalam in Tansania beteiligt gewesen sein, bei denen 1998 mehr als 220 Menschen starben. Gegen die beiden Männer wird ebenfalls in New York verhandelt. Beide erklärten sich für nicht schuldig.

Die beiden anderen Verdächtigen, die Briten Babar Ahmad und Syed Talha Ahsan, mussten dagegen vor einem Bundesgericht in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut erscheinen. Dort erklärten sie sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft für unschuldig. Sie sollen ebenfalls bis zum Beginn ihrer Prozesse in Haft bleiben.

Dem 38-jährigen Informatiker Ahmad wird vorgeworfen, eine Internetseite programmiert zu haben, mit der Geld für Terrorakte gesammelt werden sollte. Er sass ohne Verurteilung bereits acht Jahre in Grossbritannien in Haft. Dem 33-jährigen Ahsan wird Verschwörung zu Mord, Entführung, Körperverletzung oder Sachbeschädigung im Ausland vorgeworfen.

SDA

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