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Alle werben mit der Heimat

Die Bundespräsidentenwahl in Österreich wird zur nächsten Schlappe für die Grosse Koalition. Die Flüchtlingskrise prägt den Wahlkampf.

Nur in der «Kronen Zeitung» ist die Welt der Grossen Koalition noch in Ordnung. In Österreichs auflagestärkstem Boulevardblatt haben alle Kandidaten für die Präsidentenwahlen etwa gleich grosse Chancen. Aber das ist Wunschdenken, weit weg von der Realität. Alle seriösen Umfragen sehen knapp vier Wochen vor den Wahlen zum Bundespräsidenten die Kandidaten von Sozialdemokraten und Bürgerlichen weit abgeschlagen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik werden die Vertreter der Regierungsparteien wahrscheinlich nicht einmal in die Stichwahl kommen. Zum ersten Mal hat ein Grüner echte Chancen, österreichisches Staatsoberhaupt zu werden.

Gewählt wird am 24. April. Die Meinungsforschungsinstitute sehen derzeit den emeritierten Wirtschaftsprofessor Alexander van der Bellen mit 26 bis 28 Prozent an erster Stelle, gefolgt von der ehemaligen Verfassungsrichterin Irmgard Griss, die als Unabhängige antritt, und dem Kandidaten der rechtspopulistischen FPÖ, Norbert Hofer. Griss hat gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen. Sie liegt derzeit bei knapp über 20 Prozent, ihre Unterstützer kommen vor allem aus dem christlichen Lager in den südlichen Bundesländern.

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