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«Allein hat Kiew gegen Russland keine Chance»

Osteuropahistoriker Andreas Umland sagt, die Ukraine befürchte eine Aufspaltung des Staates, wenn die Regionen mehr Macht bekämen. Dennoch habe Kiew keine andere Wahl.

Von Zita Affentranger
Abschied nach dem Blutbad: Nationalgardisten bei der Beerdigung eines Kameraden in Kiew. Foto: Sergey Dolzhenko (Keystone)
Abschied nach dem Blutbad: Nationalgardisten bei der Beerdigung eines Kameraden in Kiew. Foto: Sergey Dolzhenko (Keystone)

Die Ukraine streitet mitten im Krieg über eine Verfassungsänderung, die den Regionen mehr Kompetenzen bringen soll. Letzte Woche kam es deswegen zu den schlimmsten Unruhen seit der Maidan-Revolution. Warum erregt diese doch eher technische Frage die Gemüter dermassen?

Insbesondere die Nationalisten beklagen, dass die Vorlage das ukrainische Staatswesen unterwandert und nur auf russischen und westlichen Druck zustande gekommen ist. Die Verfassungsänderung soll Vollmachten von der Zentralregierung in die Kommunen verlagern, in die Städte, in die Dörfer. Unter anderem bekämen sie mehr Kontrolle über die Geldflüsse. Was Besorgnis erregt, ist, dass im Rahmen dieser Dezentralisierung auch ein Sonderstatus für das Donezk-Becken, also die heutigen Rebellengebiete, vereinbart werden soll. Viele befürchten, die Vorlage werde Russland ein Instrument in die Hand geben, Einfluss auf die ukrainische Innen- und Aussenpolitik auszuüben.

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